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Systemparkhaus statt Tiefgarage am alten Volksfestplatz in Murnau

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Von: Antonia Reindl

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Alter Volksfestplatz Murnau
Am alten Volksfestplatz soll keine Tiefgarage, sondern ein dreigeschossiges Parkhaus im Systembau entstehen. © Reindl

Murnau – Nach gut zwei Stunden wäre der öffentliche Teil der jüngsten Marktgemeinderatssitzung eigentlich rum gewesen, doch ein Punkt wurde noch drangehängt: Die Ergänzung zur Machbarkeitsstudie für eine Tiefgarage am alten Volksfestparkplatz. Denn eine Tiefgarage wird es doch nicht werden, der Grund: Kosten von bis zu 15 Millionen Euro. Am Ende stimmte das Gremium mehrheitlich dafür, nun ein dreigeschossiges Systemparkhaus errichten zu lassen.

Eine Machbarkeitsstudie brachte die unschönen Zahlen zutage. Zwar wäre ein Tiefgaragen-Bau auf dem ehemaligen Volksfest-Schauplatz am Rewe-Markt realisierbar, doch die Kosten wären nicht unerheblich. Circa zehn bis 15 Millionen Euro, ist in der Sitzungsvorlage zu lesen. Im Laufe der Machbarkeitsstudie sah man sich daher gleich nach wirtschaftlicheren Alternative um. „Dabei kam die wesentlich kostengünstigere Möglichkeit ins Spiel, ein dreigeschossiges Parkhaus an der Nordseite des alten Volksfestplatzes zu bauen“, heißt es in der Vorlage weiter. Die Kosten würden sich geschätzt auf rund 2,5 Millionen Euro belaufen und wären damit deutlich geringer. Der Grund: Es wäre ein Systembau mit Fertigteilen.

In diesem Systembau könnte die unterste Ebene von den Feuerwehreinsatzkräften genutzt werden, oder auch von Mitarbeitenden des Rathauses. Die beiden oberen Ebenen wären öffentlich – und gebührenpflichtig. Die Anzahl der Stellplätze insgesamt: 150. Karl Steingruber, Leiter der Gemeindewerke, bezeichnete den Systembau in der Marktgemeinderatssitzung als „ganz großen Vorteil“. Die Planungen für den Bau des Feuerwehrhauses, das ja ebenso auf dem alten Volksfestparkplatz errichtet werden soll, könnten sogar „parallel dazu“ vorgenommen werden, liest sich in der Vorlage. Die Projekte könnten weitgehend voneinander getrennt abgewickelt werden, betont Marktbaumeister Klaus Tworek.

Michael Hosp (CSU), der die Alternative als „charmante Variante“ betrachtet, nutzt da die Gelegenheit, eine Bitte anzubringen, nämlich, „das Feuerwehrhaus ganz schnell in Angriff zu nehmen“. Doch er hat noch eine weitere Bitte, mit Blick auf die Altlasten in diesem Areal. Den ursprünglichen Beschluss zur Altlastenentsorgung hätte er gerne noch einmal überdacht. Man habe „schlichtweg nicht das Geld, die Altlasten auch noch zu entsorgen“. Wenn Altlasten ohnehin in einem gewissen Umfang herausmüssen, sieht Simon Pittrich (ÖDP/Bürgerforum) keinen Vorteil eines Parkhauses gegenüber einer Tiefgarage. Die Unterbauung des Feuerwehrhofes wäre ein komplexes Ingenieursbauwerk und ginge tief in den Altlastenhorizont, erklärt Tworek. Eine „vollkommen andersartige Variante“ wäre der Systembau, in dem vielleicht die erste Etage ein Ingenieursbau wäre.

„Es ist schade, jedoch absolut nachvollziehbar und sinnvoll, dass aufgrund der enormen Kosten der Bau einer Tiefgarage, unter dem geplanten Feuerwehrhaus, nicht weiter verfolgt wird“, schreibt Lorenz Brey (CSU), Gemeindewerke-Referent, in seiner Stellungnahme. Darin betont er auch: „Die nun neu entwickelte Variante eines Parkdecks sollte jedoch aus meiner Sicht in jedem Fall verwirklicht werden.“

Mehrheitlich votiert das Gremium schließlich dafür, angesichts der zu erwartenden hohen Kosten zwischen zehn und 15 Millionen Euro, von dem Bau einer Tiefgarage abzusehen. Stattdessen sollen die Gemeindewerke ein dreigeschossiges Systemparkhaus errichten.

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