Altes Stadtwerke-Areal wird bebaut: Garagen für Rettungsdienst und Stellplätze für Dauerparker

Parkhaus mit Kombinutzung

+
Für das alte Stadtwerke-Areal wurde in Form eines Parkhauses eine Lösung gefunden.

Weilheim – Nach langen, schwierigen Verhandlungen wurde für das sanierte Stadtwerke-Areal eine kombinierte Lösung gefunden. Mit dem Bau eines Parkhauses können drei Anforderungen erfüllt werden: Feuerwehr und Rotes Kreuz erhalten im Erdgeschoss Lkw-Garagen, in drei darüber liegenden Etagen werden Pkw-Stellplätze für Dauerparker geschaffen und die Parkplatznot in der Stadt gelindert.

Das 3 640 m2 Grundstück an der Krumpperstraße ist im Besitz der Stadtwerke. Nach dem Umzug des Kommunalunternehmens in seinen Neubau im Osten der Stadt musste das Gelände an der Krumpperstraße aufwändig von Altlasten saniert werden, bevor es für eine Folgenutzung verfügbar war. Die ursprüngliche Absicht, dass die Stadt das Gelände erwirbt, wurde angesichts des Kaufpreises von 3,74 Mio. Euro netto nicht weiter verfolgt. Seit 2005 planen nun die Stadtwerke auf dem Areal eine Multifunktionsnutzung für Feuerwehr, Rotes Kreuz und Dauerparker. „Es soll ein kostengünstiges Bausatz-Parkhaus werden“, erklärte Stadtwerke-Chef Peter Müller in der Stadtratssitzung. Die verbleibenden 1500 m2 sollen gewinnbringend zur Mitfinanzierung des Parkhauses genutzt werden. Im Gespräch mit dem Kreisboten nannte Müller dafür zwei Optionen: „Entweder langfristig an die Stadt vermieten oder die Stadt kauft diese Fläche.“

Wie Müller weiter ausführte, könnte das elf Meter hohe Parkhaus noch um den Bereich der im Norden anschließenden Rohrlagerhalle verlängert werden, sofern das technisch machbar ist. Mit dieser Verlängerung wäre es 70 Meter und ohne 55 Meter lang. Da das Gelände von der Krumpperstraße nach Norden um circa 1,6 Meter ansteigt, würde das Parkhaus im Norden tiefer im Boden stehen. Damit bleibe es niedriger als die benachbarte Villa, führte Müller aus. Beim Bau der längeren Variante stünden 14 Lkw- und circa 160 Pkw-Stellplätze für Dauerparker zur Verfügung, bei der kürzeren Lösung elf Parkplätze für Lkw und circa 130 für Pkw. Die Lkw-Garagen werden von Osten her ebenerdig erreichbar sein, die Pkw gelangen über eine Rampe ins Parkhaus, beginnend im Süden an der Krumpperstraße. Stadtwerke-Chef Müller hat auch an die energetische Nutzung gedacht: Seinen Worten nach wird das Parkhausdach mit einer Photovoltaikanlage ausgerüstet.

Wann wird gebaut und wie hoch sind die Kosten? 2019 könnte frühestens Baubeginn sein. Für die kürzere Variante rechnet Müller mit circa 1,6 Mio. und für die längere mit etwa 2,04 Mio. Euro Baukosten.

Die Grundsatzentscheidung darüber, dass das Areal bei den Stadtwerken verbleibt und darauf ein Parkhaus errichtet wird, wurde in der Sitzung einstimmig getroffen. Fraktionsübergreifend gab es Lob für die Planungen der Stadtwerke, die eine gute Lösung für alle Beteiligten möglich mache. Städtebauliche und genehmigungsrechtliche Fragen sind noch zu klären, die Detailplanung ebenso.

Die Stellplätze für Dauerparker sind für Berufspendler vorgesehen. Ämter in der Nachbarschaft, wie Landratsamt und Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, sowie einige Firmen aus der Innenstadt haben bereits ihr Interesse bekundet.

Stefan Zirngibl (CSU), im Stadtrat Referent für die Feuerwehr, verwies auf den schwierigen Verhandlungsverlauf, dessen Ergebnis er jetzt „ruhigen Gewissens und mit Freude“ zustimmen könne. Für Erheiterung sorgte der Appell von Umweltreferent Karl-Heinz Grehl (Grüne), bei der Fassadengestaltung des Parkhauses viel Transparenz zuzulassen. „Damit es nicht wieder so ein grauer – beziehungsweise blauer Klotz wird“ – in Anspielung auf den von Bürgern kritisierten kräftig blauen Fassadenanstrich am Neubau des Weilheimer Krankenhauses.

Von Maria Hofstetter 

Auch interessant

Meistgelesen

Zum Glück nur ein Fehlalarm
Zum Glück nur ein Fehlalarm
Frischer Wind in altem Gemäuer
Frischer Wind in altem Gemäuer
Für die Opfer
Für die Opfer
"Hören, wie‘s woanders geht"
"Hören, wie‘s woanders geht"

Kommentare