Kalligrafischer Sonnenaufgang

Am Jugendzentrum Come In leuchtet nun dauerhafte Graffiti-Kunst

Graffitiwand im Jugendhaus Come In in Weilheim
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Art Managerin Ánh Nguyen und Jungkünstler Alexander Hudich vor der unvollendeten Graffiti-Kunst. Kalligrafisch war die Fläche zu diesem Zeitpunkt bereits geschmückt, doch die Stencils fehlten noch.

Weilheim – Wie ein Pfauenrad umschlagen die verschnörkelten Buchstaben Alexander Hudich. Der junge Mann sitzt vor der Wand, die Jugendzentrum und Landratsamt voneinander trennt. Die Seite, auf welche die Beamten aus ihren Fenstern blicken, hat der 21-Jährige mit Farbe besprüht. Kalligrafie aus der Farbdose. Wenig später gesellt sich Schablonenkunst aus der Hand der Münchner Art Management und Consulting-Freelancerin Ánh Nguyen dazu. Dass besagte Wand Graffitis trägt, ist an sich nicht neu, dass auf der Außenseite nun aber ein Werk dauerhaft prangt, schon.

Auf beiden Seiten der Wand am Jugendzentrum in Weilheim leuchten immer wieder Schriftzüge, Herzen und Smileys. Künstlerische Freiheit, kein Vandalismus. „Es ist eine Wall of Fame“, sagt Nguyen, die Kunstgeschichte studiert hat und gerade ihre Doktorarbeit zum Thema „Rezeption der klassischen Malerei in Streetart“ schreibt. Eine Wall of Fame, der Begriff entspringt der Graffiti-Szene, gilt in der Regel als freigegeben für zumeist anspruchsvolle Werke von Qualität. Ehe Nguyen ihre Schablonen an der Wand anlegt und Motive wie Schachfiguren und ein Schlagzeug verewigt, schmückt Hudich die zwölf Quadratmeter große Fläche mit Calligraffiti, einer Kombination aus Kalligrafie und Graffiti. Der 21-Jährige studiert in Ingolstadt Management, möchte aber „später etwas mit Kunst machen“, verrät er. Wie ein Sonnenaufgang leuchtet sein Schriftzug „Jugendhaus Come In“ bereits auf der Wand. In Blau, teilweise gepinselt, gesellen sich wolkenhaft Worte dazu, die wie die Schablonen-Motive das Leben im Come In widerspiegeln.

Calligraffiti im Weilheimer Jugendhaus Come In

Graffiti entsteht auf Mauer
Art Managerin Ánh Nguyen (rechts), ihre Assistentin und Schwester My Hanh Nguyen und Jungkünstler Alexander Hudich (Mitte) vor der Graffiti-Kunst. © Nguyen
Graffiti entsteht auf Mauer
Ein Kunstwerk entsteht. © Nguyen
Graffiti entsteht auf Mauer
Ein Kunstwerk entsteht. © Nguyen
Graffiti entsteht auf Mauer
Ein Kunstwerk entsteht. © Nguyen
Graffiti entsteht auf Mauer
Ein Kunstwerk entsteht. © Nguyen
Graffiti entsteht auf Mauer
Art Managerin Ánh Nguyen (rechts) und Jungkünstler Alexander Hudich vor der unvollendeten Graffiti-Kunst. Kalligrafisch war die Fläche zu diesem Zeitpunkt bereits geschmückt, doch die Stencils fehlten noch. © Reindl

Das Werk an der Wand am Parkplatz des Landratsamtes soll in Corona-Zeiten auf die Kunst- und Kulturszene ebenso aufmerksam machen wie auf die Freizeitangebote des Juzes und des Landratsamtes.

Nguyen selbst verlebte ihre Kindheit und Jugend in Weilheim und kehrt immer wieder dorthin zurück, um etwa Graffiti-Workshops abzuhalten. Für das aktuelle Projekt hat sie bewusst einen Künstler gewählt, „der sich noch nicht etabliert hat“. Diese Wahl sei eine „authentische Message an die Jugend“, so die 31-Jährige.

Von Antonia Reindl

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