Ammer soll ungehindert fließen – Umweltminister Dr. Markus Söder: "Renaturierung hat Vorrang vor Wasserkraftnutzung"

Trotz Eiseskälte hatten sich vergangene Woche zahlreiche Vertreter verschiedener Interessengemeinschaften und private Bürger am Grundwehr III an der Ammer bei Weilheim versammelt.

Sie wollten hören, was der Bayerische Umweltminister Dr. Markus Söder zum Thema Wasserkraftnutzung an der Ammer zu sagen hatte. Die Wasserkraftnutzung an der Ammer ist nach wie vor ein umstrittenes und heiß diskutiertes Thema. CSU-Landtagsabgeordnete Renate Dodell hatte den Umweltminister zum Ortstermin eingeladen, damit dieser sich selbst ein Bild vom derzeitigen Zustand der Ammer, die seit Beschluss des Gewässerentwicklungsplans im Jahr 2004 sukzessive renaturiert wird, machen konnte. „Die Ammer ist ein großes Ökosystem und ein wichtiges Naherholungsgebiet, das es zu erhalten gilt“, leitete Dodell das Gespräch ein. 3,8 Millionen Euro seien bisher in die Renaturierung investiert worden. Am Grundwehr III soll laut Wasserwirtschaftsamt eine sogenannte „raue Rampe“ entstehen, um das Wehr für Fische überwindbar zu machen, die Durchgängigkeit an der Ammer wieder herzustellen und so Ammersee und Staffelsee für die Fische zu verbinden. Das Wasserwirtschaftsamt will die Situation an den Ammerwehren im Bereich Weilheim verbessern. Die Wehre wurden zur Bauzeit zwar mit Fischaufstiegen versehen. Diese genügen aber nicht mehr den heutigen Anforderungen. Das Auwehr sowie das Grundwehr III haben sich als am wenigsten fischdurchgängig herausgestellt. Das Auwehr wurde deshalb bereits umgebaut. Das Oderdinger Wehr und das Grundwehr I sind nur für schwimmstarke Fischarten überwindbar. Die Renaturierung des Flusses und die Wiederherstellung der Durchgängigkeit hat auch nach Meinung des Umweltministers Söders Vorrang vor einer Wasserkraftnutzung. Problematisch ist hierbei: „In Bayern ist die Energieerzeugung durch Wasser sehr stark vertreten. Zwei Drittel der in Europa erzeugten Wasserkraft kommt aus Bayern“, stellte Söder bei dem Ortstermin in Weilheim fest. Weilheim – Grundsätzlich sei die Wasserkraft als positiv weil erneuerbar zu bewerten. Dem Bau neuer Kraftwerke steht Umweltminister Markus Söder jedoch skeptisch gegenüber, wie er beim Ortstermin an der Ammer erklärte. Sinnvoll sei die Erneuerung bereits bestehender Anlagen. „Der Betrieb von Wasserkraftwerken ist mit der Renaturierung nicht zu vereinbaren“, erklärte Matthias Luy, der Söder die von der „Ammer-Allianz“ gesammelten 8000 Unterschriften gegen den Bau von Wasserkraftwerken an der Ammer übergab. Die Allianz setzt sich bereits seit zehn Jahren dafür ein, die Ammer für Fische durchgängig zu machen. Ein Konzept, wie Wasserkraft und Renaturierung miteinander vereinbart werden könnten, hat die „Initiativgruppe Ammer“ ausgearbeitet: Ein Kraftwerk in Bürgerhand, dessen Erträge, die über fünf Prozent liegen, in die Renaturierung fließen sollen. Mittlerweile liegen 15 Anträge zum Bau von Wasserkraftwerken an der Ammer von verschiedenen Investoren vor. Eine Entscheidung darüber muss das Landratsamt Weilheim-Schongau treffen. Die Anträge sind, wie Landrat Dr. Friedrich Zeller vor Ort betonte, gründlich zu prüfen, denn: „Die Entscheidung muss gerichtsfest sein.“

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