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Ein Amt mit vielfältigen Aufgaben

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Bei der Amtswechselfeier v.li.: Bürgermeister Markus Loth, Rechtsanwältin Veronika Seidler, Peter Küspert, Präsident Bayer. Verf.GH und OLG München; Regina Sieh, Dr. Lars Baumann, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Thomas Engel, Präsident Landgericht München. II. © Maria Hofstetter

Weilheim – Der Saal im Haus der Begegnung war gut gefüllt, als dort mit einem Festakt der Wechsel im Direktorenamt beim Amtsgericht Weilheim offiziell vollzogen wurde.

Zu der Feier war prominenter Besuch in die Kreisstadt gekommen: Der amtierende Präsident des Landgerichtes München II und Dienstherr des Direktors am Amtsgericht Weilheim, Thomas Engel, war ebenso zugegen wie der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes und des Oberlandesgerichtes, Peter Küspert, der die ehemalige Direktorin Regina Sieh verabschiedete und ihren Nachfolger Dr. Lars Baumann in sein Amt einführte. Die Ehrengäste bekamen neben launigen Reden und feinen Häppchen auch musikalischen Genuss „aus der Justiz“ geboten. So spielte ein aus Richtern bestehendes Posaunenquartett schwungvoll auf, und die Chormitglieder des Amtsgerichtes Weilheim bewiesen ihr sängerisches Talent. 

In seiner Antrittsrede hob  Baumann (48) die Bürgernähe hervor. Ein funktionierendes Amtsgericht, so der neue Direktor, zeichne sich durch die Verbundenheit zum Bürger aus.

Das Amtsgericht, fuhr Baumann fort, begleitet den Bürger zeitlebens in vielfältigen Funktionen: Vom Familien- und Jugendgericht über Bußgeldverfahren, Grundbuchamt, Handelsregister, Insolvenzverfahren bis hin zum Nachlassgericht gebe es immer wieder Berührungspunkte. „Wir leisten viel mehr für die Gesellschaft als wahrgenommen wird“, sagte der gebürtige Friedberger und kündigte die Einrichtung eines Bürgerbüros am Amtsgericht an.

Zuvor war Peter Küspert, Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes (Verf.GH) und Oberlandesgerichtes (OLG) München, auf dessen bisherige berufliche Stationen eingegangen. Baumann, laut Küspert „ein Mann der scharfen Logik“, war unter anderem Vorsitzender Richter am Landgericht München I und stellvertretender Direktor am Amtsgericht Aichach. Bei der Staatsanwaltschaft Augsburg wurden unter seiner Leitung Kapitalverbrechen wie der „Augsburger Polizistenmord“ verfolgt. Baumann habe mehrfach Führungsqualitäten bewiesen und sich neben seiner Richtertätigkeit als Prüfer in juristischen Staatsexamen engagiert.

Regina Sieh (63) wurde im Januar 2019 zur Leitenden Oberstaatsanwältin an die wieder eingeführte Generalstaatsanwaltschaft München befördert. Der Abschied aus Weilheim ist ihr nicht leicht gefallen, wie sie selbst betonte. Als Chefin habe sie das Amtsgericht bürgernäher gemacht, Ausstellungen organisiert und einen Runden Tisch gegen häusliche Gewalt initiiert, würdigte sie Küspert: „Sie haben in Weilheim Spuren hinterlassen.“

Das fand auch Weilheims Bürgermeister Markus Loth, der Sieh besonders für die Teilnahme des Amtsgerichtes an der ersten Weilheimer Entdeckertour dankte. Landrätin Andrea Jochner- Weiß betonte, wie wichtig das Amtsgericht für den Landkreis ist.

Rechtsanwältin Veronika Seidler sprach für den Anwaltsverein Weilheim-Schongau das Grußwort. Ihre Sorge, Baumann habe im Staatsexamen auch sie geprüft, sei unbegründet gewesen, ließ sie die Gäste zu deren Erheiterung wissen. Seine Prüflinge, nahm Baumann auf Seidlers Ausführungen Bezug, dürften mit den Prüfungsergebnissen bis auf ganz wenige Ausnahmen jedoch durchaus zufrieden gewesen sein.

Von Maria Hofstetter

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