Regina Sieh übernimmt Führungsverantwortung in Weilheim – Vorgänger Wilfried Wittig verabschiedet

Amtsgericht hat eine neue Chefin

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Die Präsidenten Christian Schmidt-Sommerfeld (re.) und Peter Küspert verabschiedeten am Dienstag in Weilheim Amtsgerichtsdirektor a. D. Wilfried Wittig (2.v.li.) und führten dessen Nachfolgerin Regina Sieh in ihr neues Amt ein.

Weilheim – Nach langen Monaten des Wartens wurde im Stadttheater mit Gästen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens der Leiterwechsel am Amtsgericht Weilheim offiziell vollzogen. Die neue Chefin heißt Regina Sieh.

Wegen des Rechtsstreites einer weiteren Mitbewerberin um die Nachfolge von Direktor Wilfried Wittig (65) war die Stelle ein Jahr vakant geblieben. Dass das Arbeitspensum in dieser Zeit dennoch so gut gemeistert wurde, führte der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs und Oberlandesgerichts München, Peter Küspert, auf die „hervorragende Vertretung“ und die in „großer Solidarität“ erbrachte Teamleistung zurück.

Küspert führte in seiner Rede die Bedeutung des Amtsgerichts für die breite Öffentlichkeit vor Augen: Ob beim Grundstückskauf, mit betreuungsbedürftigen Angehörigen oder in einer Erbschaftsangelegenheit: Im Laufe seines Lebens kommt der Bürger oft mit dem Amtsgericht in Kontakt, das eine „rechtliche Daseinsvorsorge“ bietet. Der Präsident des Landgerichts München II, Christian Schmidt-Sommerfeld, bescheinigte Regina Siehs Vorgänger, in seinem Amt Maßstäbe gesetzt zu haben. Wittig habe sich „von keinem Verteidiger oder Anwalt etwas vormachen lassen“. Rechtsanwalt Martin Trautmann vom Anwaltverein Weilheim-Schongau nahm Wittigs akribische Recherchen aufs Korn, die dazu führten, dass er bei der Verhandlung oft mehr über den Angeklagten wusste als dieser selbst.

Wittig stand sieben Jahre an der Spitze des Amtsgerichts. In dieser Zeit wurden die Schongauer Zweigstelle aufgelöst, Umbauten in Weilheim durchgeführt, die Sicherheitskontrollen in den Gebäuden verschärft. Mit Neubesetzungen unter seiner Ägide „ist Justitia in Weilheim weiblich geworden“, so Küspert.

Während Wittig nach einjährigem „Dauerurlaub“ zur Feier erschienen war, fand Regina Sieh in Weilheim ein „gut bestelltes und organisiertes Haus vor“. Als große Herausforderungen nannte die gebürtige Frankfurterin und dreifache Mutter die Einführung elektronischer Akten und die mit dem Flüchtlingszustrom verbundenen Aufgaben für ihre Behörde. Die 60-Jährige bringt vielseitige Erfahrungen im Straf- und Zivilrecht mit und bewies unter anderem als Leiterin der größten Korruptionsabteilung aller deutschen Staatsanwaltschaften Führungsqualitäten.

In Chor und Zupfquartett stellten Mitarbeiter des Amtsgerichtes ihre musikalischen Talente unter Beweis.

Von Maria Hofstetter

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