Amüsantes Spiel mit der Liebe

Während sich die Oberbayern auf Schnee, Minusgrade und warme Kleidung umstellen, entführt Carlo Goldonis Meisterkomödie „Mirandolina“ geradewegs ins sonnige Italien. Die Premiere im vollbesetzten Stadttheater begeisterte das Publikum von der ersten Minute an.

Das Stück beginnt beschwingt: Schmunzeln und spontane Lachausbrüche sind vorprogrammiert. Die hübsche, alleinstehende Wirtin Mirandolina (Sabine Lorenz) wird von ihren Pensionsgästen umschwärmt. Besonders von dem verarmten Marchese von Forlipopoli (Hardy Hoosman) und dem neureichen Comte di Albafiorita (Hans-Rainer Müller). Den totalen Gegensatz zu beiden bildet der Ritter von Ripafratta (Uwe Kosubek), der den Weiberfeind glaubhaft spielt. Sein überzeugend gespieltes Motto „Im Wort Seelenfrieden kommt das Wort Frau nicht vor“ reizt Mirandolina und sie beschließt, ihn zu bekehren – sehr zum Ärger des Kellners Fabrizio (Florian Fisch). Der ist heimlich verliebt und auf die drei Verehrer eifersüchtig. Die Verstrickungen eskalieren turbulent, als die Komödiantin Dejanira (Nathalie Seitz) im Hotel eintrifft. Diese stellt sich als Gräfin vor, wird aber von der Wirtin schnell durchschaut und in ihr Verwirrspiel eingebaut. Alle Figuren sind von Regisseurin Yvonne Brosch fein herausgearbeitet und perfekt besetzt, so dass es neben der Titelfigur fast nur Hauptrollen gibt. Italienisches Temperament zieht sich wie ein Faden durch die Aufführung. Dazu tragen auch die willkürlich gesetzten Auftritte eines Ensembles der Ballettschule Suse Ryckh ihren Teil bei. Dass das Stück mit einer typischen Kulisse auskommt, spricht für die Qualität des Ausstatters Andreas Arneth, der sich mit seinen Einfällen in vielerlei Details einbrachte. Glanzpunkte des Abends sind die unblutig verlaufenden, urkomischen Duellszenen zum Schluss. Dass Mirandolina zu guter Letzt ihrem geliebten Fabrizio einen Heiratsantrag macht und damit die drei adeligen Verehrer ihr Gesicht wahren können, setzt der Komödie die Krone auf. Der langanhaltende, brausende Applaus am Ende war hoch verdient für die mit viel Freude agierende Schauspielerriege. Weitere Aufführungen sind am 18., 20., 26., 27. und 31. Dezember jeweils um 20 Uhr. Die Aufführungen sonntags und an Silvester beginnen um 18 Uhr.

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