Unmut bei der WGP

Andreas und Michael Pröbstl sind stellvertretende Bürgermeister

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Pollings neue Bürgermeister: (v.li.) Andreas Pröbstl, Martin Pape und Michael Pröbstl

Polling – Die konstituierende Sitzung des Pollinger Gemeinderats wird in Erinnerung bleiben: Andreas Pröbstl (Gemeinsame Wählerschaft Etting; GWE) und Michael Pröbstl (CSU) wurden zum zweiten respektive dritten Bürgermeister gewählt. Leer ging hingegen die Wahlgemeinschaft Polling (WGP) aus – und das sorgte in deren Lager für großen Unmut.

Bei den Gemeinderatswahlen wurde die WGP mit knapp über 31 Prozent der Stimmen zur stärksten Gruppierung gewählt. Doch bei der Kür der beiden stellvertretenden Bürgermeister hinter dem neuen Rathauschef Martin Pape stand WGP-Kandidat Stefan Loy auf verlorenem Posten. Gegen die Allianz aus CSU, Unabhängige Wählergemeinschaft Polling-Etting-Oderding, GWE und Wahlgemeinschaft Oderding hatte er keine Chance. Dem Vernehmen nach stieß vielen Gemeinderäten die Wahlkampfführung der WGP auf. Auch die Unterstellung von Wahlbetrug bei der Kommunalwahl im März – ohne konkrete Beweise vorzulegen – sorgte für Unmut.

Stefan Loy indes äußerte sich im Nachklang der Sitzung frustriert über den Verlauf der Konstituierung: „Es ist Politik gegen uns gemacht worden – und nicht Politik für Polling.“ Dem widersprach Pape: Als neuer Rathauschef habe er sich im Vorfeld ganz bewusst nicht in die informellen Gespräche zur Wahl seiner Stellvertreter eingemischt: „Ich wollte es den Listen selber überlassen. Jeder Kandidat sollte für sich selbst Werbung machen.“ Als Rathauschef strebe er eine „konstruktive Zusammenarbeit“ im Gemeinderat an: „Ich will ein Vertrauensverhältnis und keine Parteipolitik im Gemeinderat.“ Und: „Ich verwahre mich gegen alle Lügen, die verbreitet werden.“ Die WGP betreibe ihr „perfides Spiel“ weiter.

Für einen Paukenschlag bei der Konstituierung sorgte schließlich Thomas Loy. In der Pause zwischen öffentlicher und nichtöffentlicher Sitzung erklärte der WGP-Rat seinen Mandatsverzicht. Thomas Loy hatte zuvor seinen Posten als Familien- und Jugendreferent verloren – und das ausgerechnet gegen Petra Buchner (CSU), die bei den Listenaufstellungen zur Kommunalwahl zunächst bei der WGP im Gespräch war, dann aber bei der CSU anheuerte. Auf der WGP-Facebook-Seite äußert sich Thomas Loy zu seinem Rückzug: „Wer mich kennt, der weiß, dass ich nie vor einem Konflikt davonlaufe. Wenn aber, wie letzten Donnerstag bewiesen, zukünftig Damen und Herren das Sagen haben, denen es wie bisher nie um Polling ging, sondern ausschließlich um ihren eigenen Vorteil und ihre eigenen Rachegelüste, dann kann und will ich damit nichts zu tun haben.“

Von Bernhard Jepsen

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