Anspruch mit Wirklichkeit kollidiert – Rudi Sternkopf verlässt die Eishackler nach einem Jahr als Trainer

Ziel erreicht und trotzdem Abschied: Rudi Sternkopf betreute die Eishackler nur eine Saison. Foto: Halmel

Nach nur einer Saison als Trainer bei den Peißenberger Eishacklern verkündete Rudi Sternkopf seinen Abschied. Der 44-jährige sprach mit KREISBOTEN-Mitarbeiter Roland Halmel über die Gründe und zog Bilanz.

Die Eishackler hätten gerne den Vertrag mit ihnen verlängert. Was war ausschlaggebend, dass sie Peißenberg nach einem Jahr verlassen? Rudi Sternkopf: Hauptgrund ist, dass ich wieder hauptberuflich als Eishockeytrainer arbeiten will. In Peißenberg ist das nicht möglich. War für sie ein nur einjähriges Engagement von vorneherein ein Thema oder hatten sie vor, in Peißenberg etwas aufzubauen? Sternkopf: Ich habe bei den Eishacklern unterschrieben, um etwas aufzubauen. Nachdem der Verein den Trainer und auch umgekehrt nicht so gut kennt, sammeln sowohl die Vorstandschaft, wie auch die Spieler aber auch ich als Trainer unterschiedliche Eindrücke. Apropos Eindrücke. Haben sich Vorstellung und Realität nicht immer gedeckt? Sternkopf: Möglicherweise. Das lag aber auch an meinen Ansprüchen, die nicht so zu verwirklichen waren. Was waren das für Ansprüche? Sternkopf: Es haperte an den sportlichen Rahmenbedingungen. Damit meine ich zum Beispiel eine fehlende Taktiktafel in der Kabine oder längere Eiszeiten. Ich musste wochenlang um 15 Minuten Verlängerung kämpfen. Wir hatten dann 170 Minuten in der Woche. Die meisten Bayernligisten haben 220 Minuten. Das ist praktisch eine Einheit mehr. Dazu kam, dass ich im Dienstagtraining oft nur dreiviertel der Mannschaft hatte. Und wie sahen das die Verantwortlichen der Eishackler? Sternkopf: Anspruch und Wirklichkeit klaffen da zum Teil weit auseinander. Zum Beispiel verstärkt sich die Konkurrenz Jahr für Jahr. Der Leistungsstand des Peißenberger Kaders ist dagegen gleich geblieben. Wie fällt ihre Saisonbilanz aus sportlicher Sicht aus, sind sie mit dem Erreichten zufrieden ? Sternkopf: Mit der Platzierung bin ich zufrieden. Das war harte Arbeit und kein Selbstläufer. Das Erreichen des Halbfinals wäre für mich eine Sensation gewesen. Nicht zufrieden war ich damit, wie wir die beiden Schweinfurt-Partien in der Zwischenrunde gespielt haben. Was war im Rückblick gut und was muss die Mannschaft zukünftig besser machen? Sternkopf: Gut war die Siegesserie von sechs Spielen um die Weihnachtszeit. Damit haben wir uns die Teilnahme an der Aufstiegsrunde gesichert. Nicht so gut gefallen hat mir dann, dass wir Platz acht erst so spät klar gemacht haben. Besser müssen vor allem die Schwankungen der Leistungskurve werden. Das müssen die Jungs minimieren und stabiler werden. Sie sprachen die Aufrüstung der Konkurrenz an. Das Leistungsgefälle in der Liga ist insgesamt größer geworden. Wie müssen die Eishackler darauf reagieren? Sternkopf: Viele Teams wollen in die Oberliga und haben aufgerüstet. Die Peißenberger sollten den Kader verstärken, aber auch die Ansprüche sehen. Mit dem Aufrüsten mitzuhalten wird aber schwer, genau wie auch das Erreichen des achten Platzes. Abschließend: Was bleibt bei ihnen als Eindruck nach einem Jahr bei den Eishacklern hängen? Sternkopf: Ich hoffe, dass der eine oder andere Spieler etwas gelernt hat. Ich für meinen Teil habe jedenfalls viel gelernt. Ich habe die Eishackler als familiär geführten Verein kennen gelernt. Hier war alles überschaubar.

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