Trotz Anwohnerprotest: Lkw werden weiter über Egerland- und Reichenbergstraße gelenkt

Verkehrsführung bleibt

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Auf diesem Banner bringen Anlieger ihre Ablehnung gegen ein Geothermie-Kraftwerk in der Lichtenau zum Ausdruck.

Weilheim – Die Anwohner der Egerland- und Reichenbergstraße fühlen sich von Schwerlastverkehr und baustellenbedingten Immissionen – wie Raserei, nächtlicher Beleuchtung, Lärm –, stark beeinträchtigt. Einen schriftlichen Antrag an die Stadt, die Baustellenfahrzeuge über Reichenberg-, Egerland-, Altvater- und eventuell Sudetenstraße im Ringverkehr zum Bohrplatz zu führen, hat der Verkehrsausschuss kürzlich abgelehnt.

Begründet wurde dies vor allem damit, dass in der Altvaterstraße viele Kinder wohnen, die Straße teils beidseitig dicht bebaut ist und die Ausfahrten schlecht einsehbar sind. In der außerordentlich einberufenen Sitzung schlug Verkehrsreferent Dr. Claus Reindl vor, die Zufahrt über die Reichenberg- und Egerlandstraße zu belassen, wie es der Stadtrat 2011 festgelegt hatte. Überprüft werden sollte jedoch, ob die Lkw über das Wielenbacher Gemeindegebiet abfahren könnten. Der Bohrplatz liegt auf Wielenbacher Flur.

Der Bürgermeister der Nachbargemeinde sieht darin keine Alternative: „Das ist nicht möglich, da die Lichtenau verkehrstechnisch nicht über Wielenbach angebunden ist. Der Bohrplatz ist von unserer Gemeinde aus nur über einen Feldweg erreichbar“, sagte Korbinian Steigenberger dem Kreisboten. Außerdem sei die Ammerbrücke nicht für das Befahren mit schweren Lkw geeignet. Der Wielenbacher Gemeinderat hatte die Baustelle im Dezember 2016 besichtigt. Steigenbergers Eindruck: „Dort wird sehr auf das Einhalten der Sicherheitsvorschriften geachtet.“

Laut Andreas Wunder, Leiter des Weilheimer Ordnungsamtes, wurde an Reichenberg- und Egerlandstraße zur Zählung des Baustellenverkehrs ein Messgerät aufgestellt, das neben der Geschwindigkeit auch die Art der Fahrzeuge ermittelt. Anlieger und Verkehrs-

ausschuss hatten die von „Enel“ genannten Werte von circa neun Lkw/Tag als zu niedrig angezweifelt, sagte Wunder. Mit dem Vorliegen der Messergebnisse rechnet er „in zwei bis drei Wochen“

Auf Nachfrage des Kreisboten teilte ein Sprecher von „Enel Green Power“ am Montag mit: „...Jeder Lkw wird am Eingang zum Bohrplatz registriert. Bislang fahren pro Tag durchschnittlich fünf Lkw den Bohrplatz an – für diese Art von Baustelle ist das eine normale Anzahl.“

Von Maria Hofstetter

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