Tumorkranke und Ärzteschaft im Landkreis sind zu einer Umfrage aufgerufen

Krebspatienten heimatnah versorgen

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Einige Vertreter der AG „Onkologie“ informierten im Gesundheitsamt Weilheim darüber, wie sie sich eine „Koordinationsplattform“ für die onkologische Versorgung im Landkreis vorstellen. V.li.: Jürgen Kress (SHG Prostatakrebs), Johanna Röske, Dr. Stefan Günther, Jenny Ott und Prof. Dr. Karlheinz Zwerenz.

Weilheim/Landkreis – Eine Krebsdiagnose wirft die Betroffenen und ihre Angehörigen aus der Bahn und verändert ihr Leben weit über die Akutphase ihrer Krankheit hinaus. Tumorpatienten sollen im Landkreis bestmöglich versorgt werden: Die Arbeitsgruppe (AG) „Onkologie“ in der Gesundheitsregionplus möchte deshalb vorhandene Angebote vernetzen und in der Bevölkerung bekannter machen. Alle an der Krebsbekämpfung Beteiligten sowie die Patienten selbst sind jetzt aufgerufen, bis zum 28. Februar an einer Umfrage teilzunehmen.

In der Bevölkerung wie auch beim medizinischen Fachpersonal ist ein großer Erfahrungsschatz vorhanden, hat eine Pilotstudie gezeigt. Die weiterführende Behandlung muss deshalb nicht in großen Kliniken stattfinden, da auch im Landkreis viele qualifizierte Anbieter tätig sind. Bei einem Pressegespräch im Gesundheitsamt Weilheim berichteten dessen Leiter Dr. Stefan Günther und Vertreter der AG „Onkologie“ von ihrem Vorhaben, eine Plattform zu entwickeln, von der Patienten wie Ärzte profitieren sollen.

Mit Personen und Institutionen, wie Ärzten, Krankenhäusern, Selbsthilfegruppen, dem wissenschaftlichen Institut AMW, dem Gesundheitsamt und einem Seelsorger ist die AG multidisziplinär besetzt. Die Krebspatienten im Landkreis so gut zu versorgen wie in der Großstadt ist eines ihrer Ziele. Deshalb wird in der AG laut Jenny Ott, Geschäfsstellenleiterin Gesundheitsregionplus, „aus der Sicht des Patienten gedacht“. Ihre Ideen orientieren sich am Nationalen Krebsplan, eine Art Handlungsleitfaden in Deutschland.

Prof. Dr. Karlheinz Zwerenz (AMW-Institut, München) hat die Landkreis-Daten analysiert und sich dabei vieler Quellen bedient, „die auch für den Landkreis gelten. Wir haben alles abgegrast“, berichtete er. Damit lagen die Grundlagen vor, um mit den Umfragen starten zu können. Die Fragebögen sind auf der Homepage www.gesundheitsregion-wm-sog.de abrufbar. Wer möchte, kann auch persönlich bei Jenny Ott im Gesundheitsamt Weilheim, Eisenkramergasse 11, vorbeikommen. Die Ärzteschaft wird vom Gesundheitsamt zur Teilnahme eingeladen. Die anonyme Umfrage läuft bis 28. Februar, unterliegt dem Datenschutz und wird vom AMW Institut ausgewertet.

Ab 60 Jahren ist das Risiko, an Krebs zu erkranken, am höchsten. Laut Bevölkerungsprognose wird diese Personengruppe im Landkreis bis 2034 um fast 40 Prozent zunehmen. Erfreulich: Deutlich mehr Männer gehen seit 2010 zu Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen.

Im Frühjahr 2018 hat das AMW-Institut in einer Pilotstudie 27 Frauen der Selbsthilfegruppe (SHG) Brustkrebs Weilheim/Schongau (38 bis 80 Jahre) und 19 Männer der SHG Prostatakrebs Weilheim (56 bis 84) befragt. Es ging laut Johanna Röske (SHG Brustkrebs) darum, mehr über ihre Therapien und die Zufriedenheit mit den Behandlungen zu erfahren. Fazit: Die meisten Therapien wurden in München und Heidelberg durchgeführt. Der Wunsch nach mehr Aufklärung, mehr interdisziplinärer Zusammenarbeit für genauere Diagnosen und kurzen Wegen zum Arzt ist groß.

 

Von Maria Hofstetter

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