Bienen und Imker haben zu kämpfen

Arbeitskreis Schule-Wirtschaft besichtigte Bienenstand in der Peißenberger Berghofsiedlung

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Judith Scheuring (blaues Hemd) und ihre Schüler klärten die Exkursionsteilnehmer über die Geheimnisse der Imkerei auf. Mit auf dem Bild Landrätin Andrea Jochner-Weiß (links neben Scheuring).

Peißenberg – „Stirbt die Biene – stirbt der Mensch“, hat Albert Einstein einmal gesagt – und genau diesen Spruch hat sich der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft als Motto für einen Themenabend der besonderen Art zu eigen gemacht: Unter organisatorischer Regie der Sparkasse Oberland besuchten die teilnehmenden Gremiumsmitglieder einen Bienenstand in der Peißenberger Berghofsiedlung.

Mit dem Bus ging es von der Sparkassenzentrale in Peißenberg Richtung Osten zum äußeren Guggenberg-Rücken. Doch das Idyll rund um die Berghofsiedlung hat einen deutlich sichtbaren Makel: Die intensive landwirtschaftliche Grünlandnutzung, die dazu führt, dass auf den Wiesen kaum noch Blumen zu finden sind. „Leider ist das Thema ‚Bienen‘ sehr viel aktueller, als wir uns das vorstellen können“, begrüßte Sparkassen-Vorstandsmitglied Alexander Schmitz die Arbeitskreismitglieder zur Exkursionsfahrt.

Monokulturen, Flurbereinigungen und nicht zuletzt der Klimawandel sind Gründe dafür, dass es den Bienen schlecht geht. Besonders in den Schulen in Peiting und Peißenberg versucht man, die nachwachsende Generation für die Problematik zu sensibilisieren – und zwar über das von Judith Scheuring initiierte Projekt „Kinder helfen Bienen“. Die Imkerin betreibt in der Berghofsiedlung einen Bienenstand mit 19 Völkern – das sind ungefähr 30 000 Bienen: „Es nützt nichts, jeder einen Namen zu geben“, erklärte Scheuring schmunzelnd. Im Sommer produzierten ihre fleißigen Tierchen nur wenig Ertrag. Die Grünlandteppiche rundum den Bienenstand bleiben eben nicht ohne Folgen, das ökologische Gleichgewicht kippt: „Wir Imker haben wirklich zu kämpfen. Für die Bienen ist es sehr schwierig, etwas zu finden – aber es ist, wie es ist“, bedauerte Scheuring.

Ihre Projekte sollen dazu beitragen, Kinder und Jugendliche für die Imkerei als nachhaltiges Hobby zu begeistern: „Wer einmal damit anfängt, den lässt es nicht mehr los“, erzählte Scheuring: „Zwischen den Kindern und den Bienen entsteht mit der Zeit ein wunderbares Vertrauensverhältnis.“

Auf der Bienen-Exkursion mit dabei waren auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Peißenbergs Bürgermeisterin Manuela Vanni. Die beiden Kommunalpolitikerinnen berichteten über diverse Aktionen, mit denen die Rahmenbedingungen für Bienen in der Region verbessert werden sollen. „Einige Gemeinden im Landkreis sind diesbezüglich noch nicht so in Fahrt gekommen“, räumte Jochner-Weiß ein. In Peißenberg hingegen hat man unter anderem mit dem Glyphosat-Verbot auf kommunalen Flächen, mit der Ausweisung von Blühwiesen und dem Verkauf von Blühsamen an private Haushalte bereits wichtige Signale gesetzt: „Wir haben vielleicht noch nicht solche Zustände wie in China, wo Menschen die Bestäubung von Pflanzen übernehmen müssen, aber die Situation ist auch bei uns sehr ernst“, gab Vanni in ihrem Grußwort zu bedenken.

Von Bernhard Jepsen

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