1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Weilheim

Arbeitskreise in Murnau: Einberufung nur noch mit Gemeinderatsbeschluss

Erstellt:

Von: Antonia Reindl

Kommentare

Symbolfoto: Sitzungssaal
In Murnau werden immer mehr Arbeitskreise gebildet. © Symbolfoto: PantherMedia / SergeyNivens

Murnau – Eine ganze Liste kommt zusammen, wenn Phillip Zoepf (Mehr Bewegen) alle Arbeitskreise aus den vergangenen zwei Jahren sammelt, darunter AK „Aufarbeitung NS Zeit in Murnau“, AK „Feuerwehrbedarfsplan“, AK „Umspannwerk“, AK „Winterdienst“. In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates liegt nun ein Antrag seiner Fraktion auf dem Tisch, als Reaktion auf die wohl zunehmende Anzahl an einberufenen Arbeitskreisen. 

In dem Antrag fordert die Fraktion, dass die Geschäftsordnung des Marktgemeinderates geändert wird, dahingehend, dass Arbeitskreise künftig nur noch auf Grundlage eines Gemeinderatsbeschlusses einberufen werden können – davon unberührt: von Bürgern und Bürgerinnen einberufene Arbeitskreise. Darüber hinaus sollen pro Arbeitskreissitzung 50 Euro ausgezahlt werden. Zoepf erläutert den Antrag in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung zwar nicht mehr, doch ein Blick in die Sitzungsvorlage gibt Aufklärung. Darin heißt es in der Begründung zum Antrag, dass seit 2020 die Anzahl der Arbeitskreise „immer mehr“ zunehme. Was für die teilnehmenden Marktgemeinderatsmitglieder einen nicht unerheblichen Mehraufwand bedeute. „Arbeitskreissitzungen müssen teils sogar aufwendiger vor- und nachbereitet werden, da man sich tiefer in ein Thema einarbeitet und sich noch umfassender informiert“, ist in der Begründung zu lesen.

Eine ausgesprochen lange Stellungnahme seitens der Verwaltung füllt die Sitzungsvorlage. Darin schlägt die Verwaltung vor, bei wichtigen Themen und im Bedarfsfall Kommissionen vom Marktgemeinderat bilden zu lassen. Im Gegensatz zu Arbeitskreisen sei die Teilnahme an einer Kommission „grundsätzlich“ verpflichtend. Bezüglich des Sitzungsgeldes heißt es in der Stellungnahme, dass die Marktgemeinde unter gewissen Voraussetzungen „eine Aufwandsentschädigung für Arbeitskreise als freiwillige Leistung gewähren könnte“. Derzeit zahle der Markt 70 Euro pro Monat an jedes Marktgemeinderatsmitglied und 50 Euro pro Teilnahme an einer Sitzung des Marktgemeinderates und eines Ausschusses.

Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum) verweist auf einen ähnlichen Antrag von Mehr Bewegen vor einem Jahr und erinnert daran, dass die Monatspauschale um 20 Euro erhöht worden sei. „Damit wurde der Arbeitsaufwand im Arbeitskreis abgedeckt“, sagt Manlik. Die Forderung von 50 Euro wirke auf die Öffentlichkeit nicht sonderlich gut, als ob man „den Hals nicht voll bekommt“. Bürger und Bürgerinnen, die ihr Fachwissen einbringen, bekommen auch kein Geld, darauf sollte man hinweisen, befindet Manlik. Es gehe nicht um „Bereicherung“, sondern um „ganz was anderes“, betont Rudolf Utzschneider (CSU). Anna Schlegel-Herz (ÖDP/Bürgerforum) erläutert dagegen, dass es in Arbeitskreisen immer eine Mischung aus Ehrenamtlichen und Beruflichen gebe. „Der erste Bürgermeister macht es auch beruflich“, sagt sie und meint, dass die 50 Euro ein Ausdruck von Wertschätzung wären, „der mir persönlich gut tut – täte“.

Am Ende stimmt das Gremium mehrheitlich – Gegenstimmen: Rolf Beuting, Michael Manlik, Wolfgang Küpper und Christian Engelbrecht (alle ÖDP/Bürgerforum) – dafür, dass ein Arbeitskreis nur noch durch einen Gemeinderatsbeschluss einberufen werden kann. Auch soll die Geschäftsordnung dahingehend geändert werden, dass auch „für die notwendige Teilnahme“ an einer Arbeitskreissitzung 50 Euro ausgezahlt werden.

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Kommentare