Durch Corona

Arbeitslosenquote steigt auch in der Region

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Sowohl die Zahl der Arbeitslosen als auch die Zahl der Kurzarbeiter ist im Landkreis Weilheim-Schongau im April gestiegen.

Region – Politiker wie Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zeigen sich besorgt wegen der aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt. Tatsächlich sind die Zahlen der Arbeitssuchenden und der Menschen in Kurzarbeit im gesamten Freistaat stark angestiegen. Auch der Landkreis Weilheim-Schongau bleibt von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht verschont.

Mit 2,8 Prozent im April ist die Arbeitslosenquote um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Vor einem Jahr lag die Quote sogar nur bei 2,0 Prozent. Der Arbeitsagentur sind demnach 2 117 Personen als beschäftigungslos gemeldet. Das sind 667 mehr als im Monat davor. Wobei der Landkreis Weilheim-Schongau damit noch relativ gut wegkommt. Zum Vergleich: Der Nachbarlandkreis Garmisch-Partenkirchen hat eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent zu verzeichnen.

Dennoch ist auch hier die Situation ernst. „Nie zuvor waren wir auf dem Arbeitsmarkt so abrupt in einer ähnlich dramatischen Situation“, fasst Oliver Wackenhut, kommissarischer Leiter der Arbeitsagentur Weil-heim, die aktuelle Lage zusammen. „Die Folgen der steigenden Arbeitslosigkeit und das bisher nie gekannte Ausmaß der Kurzarbeit wird uns noch Monate lang begleiten und die Arbeitsagenturen vor enorme Herausforderungen stellen.“

Zusätzlich ist ein großes Problem, dass der Zugang neuer Stellenangebote massiv eingebrochen ist. Aktuell stehen den 2 117 Arbeitslosen in Weilheim-Schongau 1 314 freie Stellen gegenüber. Das sind 284 weniger als noch im Vormonat März. Einen erhöhten Bedarf gibt es laut Wackenhut hingegen im Lebensmitteleinzelhandel, in der Logistik, der Pflege und der Landwirtschaft.

„Neben der steigenden Arbeitslosigkeit bereitet aktuell die exorbitant hohe Anzahl an angemeldeter Kurzarbeit der Arbeitsagentur Weilheim große Sorgen“, führt Wackenhut weiter aus. Waren im gesamten März noch 1 942 Personen betroffen, belaufen sich die vorläufigen Zahlen vom 1. bis 26. April auf 9 146 Menschen in Kurzarbeit. „So eine hohe Anzahl an angemeldeter Kurzarbeit gab es im Agenturbezirk Weilheim noch nie, auch nicht zu Zeiten früherer Wirtschaftskrisen.“

Für die Angestellten in der Arbeitsagentur ging damit eine extreme Arbeitssteigerung einher. „In einem ganz außerordentlichen Kraftakt ist es meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelungen, die von einem Tag auf den anderen sprunghaft angestiegenen Anzeigen von Kurzarbeit zu registrieren. Dies war nur möglich, weil uns allen der Ernst der Lage bewusst war.“ Überstunden und Wochenendarbeiten seien mittlerweile die Regel.

Trotz der schwierigen Lage sei die Arbeitsagentur Weilheim weiterhin bemüht, Menschen in Arbeit zu vermitteln. Das gilt genauso für junge Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildung sind. Im Landkreis Weilheim-Schongau haben sich seit Beginn des Berichtsjahres 539 Jugendliche als Bewerber um einen Ausbildungsplatz bei der Agentur gemeldet. Davon sind derzeit noch 278 Jungen und Mädchen ohne eine Ausbildungsstelle. Von den ursprünglich 930 gemeldeten Ausbildungsstellen der Unternehmen sind aktuell noch 521 unbesetzt. Damit kommen auf jeden unversorgten Bewerber 1,87 offene Stellen.

Wie sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt in den nächste Monaten entwickeln wird, ist noch nicht absehbar. Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger dazu: „Das hängt entscheidend davon ab, wie schnell das Wiederhochfahren gelingt, wie die internationalen Lieferketten anlaufen und ob es einen erneuten Anstieg von Infektionszahlen geben wird.“

Von Kreisbote

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