Die Krimikomödie "Arsen und Spitzenhäubchen" ist mit viel schwarzem Humor gewürzt

Morden mit zarter Hand

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Turbulentes Finale. Abby und Martha mischen vor aller Augen ihren speziellen „Holunderwein“ und Leutnant Rooney (Andreas Schmerbeck, 3. v. li.) glaubt sich im Irrenhaus.

Weilheim – „Da geht es ja richtig turbulent zu“, kommentierte am Samstag eine Premierenbesucherin das neueste Stück der Weilheimer Festspiele „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Joseph Kesselring.

Die Verdächtigung „Die haben einige Leichen im Keller versteckt“ traf voll ins Schwarze. Tatsächlich sind es am Ende der Aufführung 13 Männerleichen, die die zwei reizenden alten Damen Abby (Christa Pillmann) und Martha Brewster (Yvonne Brosch) in ihrem Keller beerdigt haben. Sie nennen es „Hilfe zum Seelenfrieden“, denn keiner der sanft Entschlafenen hat noch Familie, jeder steht allein in der Welt. Zur Familie Brewster gehören die Brüder Mortimer (Florian Fisch), Teddy (Claus-Peter Damitz) und Jonathan (Heiko Dietz). Während Mortimer als bekannter Theaterkritiker sein Geld verdient, hält sich der verwirrte Teddy für den amerikanischen Präsidenten Roosevelt. Um ihn zu beschäftigen und die Ermordeten verschwinden zu lassen, führt er die Aufsicht beim Bau des „Panamakanals“ im Keller und hebt dabei als „Schleusenfundamente“ deklarierte Gräber aus. Die Opfer, die er hier vergräbt, sind am Gelbfieber gestorben, wird ihm erklärt.

Eingesponnen in die spannende Handlung ist die Liebe zwischen Mortimer und Elaine Harper (Nathalie Seitz), die arg auf die Probe gestellt wird. Der Theaterkritiker entdeckt per Zufall den jüngsten Ermordeten in der Fenstertruhe und verdächtigt seinen Bruder Teddy. Als ihm die Schwestern gestehen, ihn und weitere Männer mit einer Holunderwein-Arsenmischung vergiftet und im Keller begraben zu haben, versteht er die Welt nicht mehr. Als dann noch sein mörderischer Bruder Jonathan mit seinem Komplizen Dr. Einstein (Uwe Kosubek) samt einer weiteren Leiche auftaucht, ist der Grusel komplett. Zum Schluss muss Mortimer um sein Leben fürchten und wird nur durch den Besuch des leicht trotteligen Detektivs Prophy (Lukas Wörle) gerettet. Der junge Polizist hält sich für einen Krimiautor und glaubt sich in einer Theaterprobe. Am Ende wendet sich alles zum Guten. Jonathan und Dr. Einstein werden verhaftet, die Liebenden bekommen sich und die Schwestern ihre 13. Leiche in Form des Nervenanstaltsdirektors Mr. Witherspoon (Michael Golf).

Das Stück ist bis in die Nebenrollen hinein exzellent besetzt. Auch die vier Weilheimer Lukas Wörle, Heinz Fink, Michael Golf und Andreas Schmerbeck spielen – wie das gesamte Ensemble – voller Leidenschaft. Dass Bühnenbild und Kostüme in Zeit und Szenen passen, ist das Verdienst von Andreas Arneth, der nebenbei als Theaterdirektor mit Schnauzbart agiert. Der große Applaus sowie die „Bravo“ Rufe zum Schluss waren hochverdient.

Weitere Aufführungen folgen am Freitag 16., Sonntag, 18., Montag, 26. und Freitag, 30. Dezember, Silvester ist ausverkauft. Karten sind beim Kreisboten in der Sparkasse am Marienplatz erhältlich. Mehr Infos unter www.weilheimer-festspiele.de.

Von Georg Müller

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