Peißenberger Asyl-Unterstützerkreis sucht nach weiteren Mitstreitern

"Ein großer Kraftakt"

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Informierten zusammen mit Mamemor Kebé (2.v.l.) über die Arbeit des Asylunterstützerkreises: (v.l.) Lisa Hogger, Matthias Reichhart und Dr. Rainer Mogk

Peißenberg – „Das Thema Asyl ist topaktuell“, sagt Peißenbergs evangelischer Pfarrer Dr. Rainer Mogk. Wohl wahr: In der Marktgemeinde sind derzeit rund 80 Asylbewerber untergebracht – Tendenz steigend. 

Die Flüchtlinge kommen unter anderem aus Syrien, Pakistan, Irak, Eritrea und vor allem aus dem Senegal. Fernab ihrer Heimat wären die Asylbewerber mehr oder weniger auf sich alleine gestellt, gäbe es da nicht den von Pfarrer Mogk und Lisa Hogger geleiteten Unterstützerkreis.

44 Helfer sind es derzeit, die sich rein ehrenamtlich um die Asylbewerber kümmern. Auf dem Programm stehen unter anderem Deutschkurse, die Unterstützung bei Behördengängen und Arztbesuchen oder ganz einfach Angebote zur Freizeitgestaltung. 

Doch der Unterstützerkreis stößt arbeitstechnisch an seine Grenzen. Lisa Hogger, die beruflich an der Peißenberger Realschule als Englischlehrerin tätig ist, spricht im Zusammenhang mit ihrem ehrenamtlichen Engagement von einem „Halbtagsjob“. Neue Hilfskräfte sind beim Unterstützerkreis deshalb jederzeit willkommen – wobei das Ziel verfolgt wird, die Aufgaben nicht nur quantitativ, sondern vor allem strukturell besser zu verteilen. 

Nach Vorstellung des Leitungsteams soll es künftig pro Wohngemeinschaft mit etwa sechs Asylbewerbern einen festen Ansprechpartner geben: „Je mehr mitmachen, umso weniger Belastung kommt auf den Einzelnen zu“, sagt Hogger.

In die gleiche Kerbe stößt Gemeinderat Matthias Reichhart, der als Gremiumsreferent für Asylfragen zuständig ist: „Integration ist ein großer Kraftakt, der alle gesellschaftlichen Schichten etwas angeht. Man muss an einem Strang ziehen, sonst gibt es Probleme.“ 

Neben den Ansprechpartnern für die einzelnen Wohngruppen werden vor allem Freiwillige gesucht, die den Neuankömmlingen Deutschkurse anbieten – auch ohne vorherige Lehrerfahrung. Laut Hogger sind die Asylbewerber hochmotiviert: „Die wollen unbedingt etwas lernen – und die meisten wollen auch auf eine Schule gehen.“ Das Problem: Die wenigen Integrationsklassen an der Berufsschule in Weilheim sind bereits randvoll. 

Und weil sie in den ersten Monaten nach ihrer Ankunft grundsätzlich auch keine Arbeitsstelle annehmen dürfen, sieht der Tagesablauf für die meisten Asylbewerber so aus wie bei Mamemor Kebé: „I do nothing“, sagt der 25-jährige Senegalese, der Anfang August nach Peißenberg gekommen ist. Regelmäßig fragt er bei Hogger nach, wann er einen Aufnahmetest an der Berufsschule machen kann, doch die Leiterin des Unterstützerkreises muss ihn immer wieder vertrösten: „Da gibt es momentan keine Chance.“

Hogger sieht die Integrationsbemühungen aber dennoch auf einem guten Weg: „Insgesamt läuft es in Peißenberg ganz gut.“ Das bestätigt auch Kebé mit einem eindeutigen Urteil: „I like Peißenberg.“

Helfer gesucht!

Nähere Informationen über die Arbeit des Peißenberger Asyl-Unterstützerkreises mit den Kontaktdaten der Ansprechpartner gibt es unter www.asylimoberland.de. Lisa Hogger ist unter Tel. 0881/4179589 zu erreichen. Das nächste Unterstützerkreistreffen findet am morgigen Donnerstag, 25. September, um 19 Uhr im evangelischen Pfarrheim in der Thalackerstraße 1 statt. Interessierte können unverbindlich vorbeikommen.

von Bernhard Jepsen

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