50er-Jahre-Tankstelle wird an der Glentleiten aufgebaut

Aufbau 50er-Jahre-Tankstelle Freilichtmuseum Glentleiten. V. li: Bauleiter Martin Wiedenbauer, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, die Bürgermeister Frank Bauer und Johannes Weber, Dr. Wolfgang Bruckmann, Direktor Bezirksverwaltung und Dr. Claudia Richartz, stellvertretende Museumsleiterin.
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Über den Fortschritt der Arbeiten informierten sich bei Museumsleiterin Dr. Monika Kania-Schütz (4.v.li.) Bauleiter Martin Wiedenbauer, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, die Bürgermeister Frank Bauer und Johannes Weber, Dr. Wolfgang Bruckmann, Direktor Bezirksverwaltung und Dr. Claudia Richartz, stellvertretende Museumsleiterin.

Großweil – Im Dezember wird es ein Jahr, dass Bezirkstagspräsident Josef Mederer für das Freilichtmuseum Glentleiten einen Vertrag für die Übernahme einer historischen Tankstelle mit der Gemeinde Unterwössen geschlossen hat. Seither hat sich einiges getan. 

Die Hausspitze des Bezirks Oberbayern, Präsident Mederer und der Direktor der Bezirksverwaltung Dr. Wolfgang Bruckmann, kam an die Glentleiten, um sich über den Baufortschritt dieses besonderen Wiederaufbauprojekts zu informieren. Auch ein Vertreter der Gemeinde Unterwössen, der zweite Bürgermeister Johannes Weber, und Großweils Bürgermeister Frank Bauer überzeugten sich bei dem Termin davon, dass die alte Tankstelle an der Glentleiten in guten Händen ist.

Der Abbau der ehemaligen Gasolin-Tankstelle erfolgte im Frühjahr. Das Team der Glentleiten erledigte die Arbeiten zum Großteil selbst. Nur das Zersägen des Kassen- und Tankwärterhäuschens sowie dessen Verbringung in zwei Ganzteilen an die Glentleiten waren von externen Spezialisten übernommen worden, wird in einer Pressemitteilung des Museums erklärt. Der heikle Transport mit einem Tieflader von Unterwössen nach Großweil verlief reibungslos. Im Freilichtmuseum wurde der Baugrund vorbereitet, indem am Bauplatz die Humusschicht abgetragen und Rohre für die Regenentwässerung verlegt wurden. Den Abschluss dieses Bauabschnitts bildete der Guss eines soliden Fundaments.

Mittlerweile steht das Tankwärterhäuschen auf dem Betonfundament. Derzeit wird der Stahlbau für das charakteristische Flugdach der Tankstelle wiedererrichtet. Läuft weiter alles nach Plan, kann das historische Gebäude im Herbst 2021 eröffnet werden. Bis dahin jedoch geht den Mitarbeitern der Glentleiten die Arbeit an diesem spannenden Projekt nicht aus.

Die Tankstelle stand einst an der ersten deutschen Ferienstraße, der Deutschen Alpenstraße. 1953 nahm sie ihren Betrieb mit drei Zapfsäulen unter freiem Himmel auf, bis 1956 wurden Kassenhäuschen und Überdachung ergänzt. Mitte der 1960er Jahre kam eine Wagenpflegehalle hinzu. Zu Beginn der 1970er Jahre wurde Gasolin von ARAL übernommen. Aus dem charakteristischen Gasolin-Rot wurde ein ARAL-Blau. 1982 stellte Familie Meier den Betrieb der Tankstelle ein.

Die Glentleiten geht mit diesem Aufbauprojekt neue Wege: Denn mit Abstand wird die Tankstelle das jüngste Exponatgebäude im Freilichtmuseum sein. Sie steht nicht nur für die moderne Architektur der Nachkriegszeit auf dem Land – unter Verwendung neuer Baumaterialien –, sondern auch für den Beginn der Massenmotorisierung und einen Wandel in der allgemeinen Mobilität.

Von Kreisbote

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