Peißenberger Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen stellt Kandidaten und Inhalte vor

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Anette Daiber (am Rednerpult) und ihre Listenkollegen stellten sich und ihre Programmatik für die Kommunalwahl vor.

Peißenberg – Es war eine Premiere für Bündnis 90/Die Grünen in Peißenberg: Nach seiner Gründung 2018 lud der Ortsverband zu seinem ersten Neujahrsempfang ein. Die Kernbotschaft vor rund 60 Besuchern: Angesichts des Klimawandels ist ein Umdenken in der Politik dringend erforderlich.

Vor 36 Jahren hatten die Grünen unter Parteiurgestein Michael Sendl schon einen Versuch unternommen, in den Marktrat einzuziehen. Was damals erfolglos endete, soll bei der Kommunalwahl am 15. März gelingen. Vier Sitze gab Anette Daiber am Rande des Empfangs als ambitioniertes Ziel aus. Die Ortverbandsvorsitzende sprach in ihrer Begrüßungsrede angesichts bundesweit stabiler Umfragewerte jenseits der 20-Prozentmarke von „rosigen Zeiten“ für die Grünen. Der Trend verschafft natürlich auch auf kommunaler Ebene Rückenwind.

Klima- und Umweltschutzthemen träfen voll den Zeitgeist, konstatierte auch Gastredner und Landratskandidat Karl- Heinz Grehl – nur würden die Grünen als „Vordenker“ auch die inhaltliche Kompetenz dafür besitzen. Zwar seien auch andere Parteien und insbesondere die CSU darum bemüht, zu „ergrünen“, „aber ob man einem Herrn Söder oder einer Frau Jochner-Weiß das glauben kann, das ist eine andere Frage“, gab Grehl zu bedenken.

Apropos Jochner-Weiß: Grehl kritisierte, dass die amtierende Landrätin erst auf eine mögliche MVV-Tarifeinführung umgeschwenkt sei, „als sie gemerkt hat, dass man damit Blumen gewinnen kann“. Ansonsten würde die CSU das Thema ÖPNV nicht ernsthaft angehen. Das zeige sich an den Forderungen für einen zweigleisigen Ausbau der Werdenfelsbahn und der Elektrifizierung der Bahnstrecke nach Augsburg. Und im Landkreis gebe es nur einen „miesen oder sogar keinen ÖPNV“: „Wir haben einen Schülertransportverkehr, bei dem nebenbei ein paar Buslinien abfallen“, so Grehl.

Während der zweite Gastredner, Cemal Bozoglu, über Strategien gegen Rechtsextremismus referierte, nutzten die Grünen-Kandidaten für die Marktratswahl die Gelegenheit, sich und ihre Programmatik vorzustellen. Dabei wurde unter anderem der Ausbau der erneuerbaren Energien insbesondere der Photovoltaik genannt, zudem die Schaffung der Stelle eines Integrationsbeauftragten, die Etablierung der ökologischen Landwirtschaft, die weitere Implementierung der Gemeinwohlökonomie und die Reduzierung der Flächenversiegelung zugunsten von innerörtlicher Nachverdichtung. Auch dem Thema Mobilität wollen sich die Grünen intensiv widmen. Der Umstieg vom Auto auf das Rad soll durch einen, wie es Listenkandidat Matthias Bichlmayr formulierte, „mega-eng getakteten Ortsbus“ schmackhaft gemacht werden. Radfahren sei nach wie vor der „Horror“ in Peißenberg, weil die Verkehrswege hauptsächlich auf die Belange des motorisierten Verkehrs abgestimmt seien. „Lassen Sie uns Peißenberg von einer Autostadt zu einem Ort für Menschen und Radfahrer machen“, appellierte Listenkandidatin Linda Christina Arnthof an die Empfangsgäste.

Von Bernhard Jepsen

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