Auftakt mit Temperament

Nach den vielen Lachern während und dem minutenlangen Applaus nach der Premierenvorstellung zu urteilen wird der Klassiker „Don Camillo und Peppone“ seinen Vorschusslorbeeren gerecht. Zum Erfolg des Stücks trägt auch die Wahl des Aufführungsortes zwischen altem Rathaus und Stadtpfarrkirche bei. Für die Zusatzvorstellungen gibt es noch Eintrittskarten. Die von Gerold Theobald nach dem bekannten Roman von Giovannino Guareschi geschriebene und von Yvonne Brosch inszenierte Komödie beginnt mit italienischem Temperament und hält es bis zum versöhnlichen Ende. Das spielfreudige Ensemble profitiert vom authentischen Lokalkolorit zwischen altem Rathaus und Stadtpfarrkirche. Das Bühnenbild dazu hat Andreas Arneth entworfen.

Die Auswahl des Aufführungsortes kann besser nicht sein. Ob Stundenschlag der Kirchturmuhr, „himmlische Stimme“ oder Glockenklang, das Premierenpublikum genießt die Atmosphäre. Die beiden Kontrahenten – Bürgermeister Peppone (Joachim Bauer) und Pfarrer Don Camillo (Wolfgang Czeczor) sind grandios, ob sie streiten oder sich versöhnen. Besonders ausdrucksvoll ist das Mienenspiel Beider zu Beginn der Auseinandersetzungen. Schön ergänzt von Ariana (Peppones Frau), die gleich in der ersten Szene – heimliche Taufe von Peppones Sohn nach vorangegangener Prügelei – das komische Duo zum Trio werden lässt. Ähnlich gelungen ist die Besetzung der Gina und des Mariolino (gespielt von den Lore-Bronner-Preisträgern Nathalie Seitz und Johannes Claus) als Liebespaar aus gegensätzlichen Lagern. Hier blitzt italienisches Temperament a la „Romeo und Julia“ auf. Fulminant sind gleichermaßen der Generalstreik wie auch das abschließende Fußballspiel zwischen der „Schwarzen und der Roten Partei“. Hier geht es nicht nur jedem Spieler inklusive Schiedsrichter Binella (Orazio Mangano) buchstäblich an den Kragen, sondern auch den Trainern. Die Fetzen fliegen, das Publikum kommt humoristisch auf seine Kosten. Gespielt wird eineinhalb Stunden ohne Pause aus Rücksicht auf die Nachtruhe der Anwohner. Eine Pause wird aber auch nicht vermisst, da die Spannung anhält bis zum versöhnlichen Ende mit Rotwein und Männergespräch auf der Rathaustreppe. Die Blumen für das Ensemble von Bürgermeister Markus Loth und die Gratulation von dem noch amtierenden Stadtpfarrer Hans Appel waren wohl verdient. Für alle Interessierten, die beim Kartenverkauf bislang zu kurz kamen, besteht Hoffnung. Denn über die bisherigen Vorstellungen von „Don Camillo und Peppone“ hinaus sind für nächste Woche am Mittwoch, 20. August, und Freitag, 23. August, um jeweils 20.30 Uhr, weitere Aufführungen geplant, kündigt Organisator Andreas Arneth an. Karten hierfür sind im Veranstaltungsbüro der Stadt Weilheim, Tel. 0881/682-532 oder Tel. 0881/682-533, erhältlich. / mü

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