Filme für die moderne Gesellschaft

Auftakt zum Better World Film Festival in Murnau

Stefanie Speermann und Detlev F. Neufert
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Stefanie Speermann und Detlev F. Neufert bei der Spenden-Matinee des Better World Film Festivals.

Murnau – „Unser Thema ist nicht zurückgeben, sondern weitergeben“. Mit diesen Worten begrüßt Detlev F. Neufert, Filmemacher und Autor, die Zuschauer, die ihm Rahmen der Spenden-Matinee in die Villa Riedwies gekommen sind. Das internationale Filmfestival wird vom 7. bis zum 11. September im Pavillon der Villa Oberried stattfinden.

Die Vorstellung der preisgekrönten Dokumentarfilme während der Spendengala wird von Berufsmusikern und einem Schülerduo begleitet. Filmemacher Neufert führt zusammen mit seiner langjährigen Kollegin Stefanie Speermann durch den Tag.„Trotz Corona findet das Better World Film Festival statt. Wir sind bereits ein etabliertes Team, das weiß, wie man solch eine Veranstaltung gestaltet“, fährt Filmemacher Neufert fort. Speermann, die als Künstlerin unter anderem Pferdeskulpturen entwirft und diese in Murnau ausstellt, sagt: „Neben spartenreichen Künsten und Filmen, die eine Lösung auf vielfältige, gesellschaftliche Probleme wissen, ist das diesjährige Filmfestival der ideale Auslöser, um zu betonen, wie wichtig es ist, sich Gedanken darüber zu machen, wie man die Welt verbessern könnte.“

In Zukunft sei es wichtig, Kunst und Kultur an die nächste Generation weiterzugeben, betont Neufert. Ein gelungener Film beschäftigt sich seiner Meinung nach zum Beispiel mit dem Thema Unterdrückung und fehlende Aufklärung. Dies spiele vorwiegend in afrikanischen Ländern eine große Rolle. Neufert erklärt, wie dort junge Frauen als minderwertig betrachtet werden und ihnen somit die Chance zum Aufstieg in eine bessere Gesellschaft verwehrt bleibt. Internationale Organisationen wollen gerade diese Menschen unterstützen und werden dabei von Filmemachern aus aller Welt begleitet, welche die Möglichkeit haben, ihre Aufzeichnungen bei Filmfestivals wie dem in Murnau zu präsentieren. Nicht umsonst zeigt die Leinwand neben der Bühne Begriffe wie „Great Finale“ (Großes Finale) oder „Can films change the world?“ (Können Filme die Welt verändern).

Am Ende eines zweiminütigen Trailers für das Festival erscheint die Aufschrift „Submit for the internet jury“ (Werde Teil der Internetjury). Und genau dies macht das Better World Film Festival so einzigartig. Die Filme werden nicht von einem Fachkomitee bewertet, sondern es obliegt allein dem Zuschauer, für welchen Film er am Ende online abstimmt. Dabei kann jeder Filminteressierte seine Stimme abgeben. Dazu entweder den QR-Code auf der Einladungskarte scannen oder die Webseite öffnen. Nach der Anmeldung wird eine einmalige Startgebühr fällig, die über PayPal zu begleichen ist. Danach steht dem Filmgenuss nichts mehr im Wege.

Jung und Alt, möglichst alle Altersgruppen sollen angesprochen und motiviert werden, sich zahlreiche Filme über die plurale, postmoderne Welt anzusehen und am Ende mit zu entscheiden, welche Werke im September bei der Preisverleihung vorgestellt werden. Dort wird dann nicht nur ein roter Teppich ausgerollt. Schauspieler, Filmemacher und Beteiligte aus aller Welt rücken an, um sich ein paar Stunden kulturelle Vielfalt zu gönnen.

Eine weitere Besonderheit: es gibt keinen ersten, zweiten oder dritten Preis. Jeder Film wird gleichwertig behandelt. Aus Respekt vor den Machern, die sich Themen widmen, die zu einem besseren Miteinander beitragen. Nur so lerne man, gesellschaftliche Angelegenheiten zu verstehen, sie einzuordnen und Werte, Normen und Verhaltensweisen angemessen zu beurteilen, finden die Veranstalter. Jeder müsse am Ende für sich entscheiden, wie er mit der Thematik um die Komplexität der Strukturen umgeht und was er daraus macht.

Ein weiteres Highlight des Spenden-Nachmittags ist eine Trophäe, die zwei Mitarbeiter aus dem Murnauer MakerLab designt haben, um sie anschließend den Eltern von Speermann zu übergeben. Sie sei ihren Eltern unheimlich dankbar, dass sie hier heute auf der Bühne steht und bei einem renommierten Filmfestival als Künstlerin mitwirken kann. Einen großen Applaus widmet Speermann auch der Familie Schlotter aus Würzburg, welche die Veranstaltung musikalisch untermauert. Mit Stücken wie Mozarts Nachtmusik spielen sich der 14-jährige Robert und die 17-jährige Paula Schlotter in die Herzen des Publikums. Die Künstlerin, die selbst eine persönliche Beziehung zu den Jugendlichen pflegt, ist den Tränen nahe. Nach dem eher emotionalen Teil lockert Mario Hill aus Berlin mit Musik von Elvis Presley die Stimmung unter den Gästen auf.

Die Kurzfilme könnten der Gesellschaft den Anstoß geben, für eine liberale Welt einzustehen. Das Better World Filmfestival ist der Start hierfür. Es findet vom 7. bis 11. September in der Villa Riedwies in Murnau statt. Mit dabei sind unter anderem Neufert und Speermann sowie zahlreiche Gäste aus der Filmindustrie.

Die Anmeldung als Jurymitglied beziehungsweise den Link zur Einreichung eines Films gibt es hier.

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Von André Nick Geiger

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