Faire Gedanken

Auftaktveranstaltung zur "Fairtrade-Town" im evangelischen Gemeindehaus

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Die Steuerungsgruppe stellte sich vor (v.li.): Ursula Resch, Claudia Hanke, Anneliese Back, Romana Asam und Horst Martin (re.). Auf dem Foto zu sehen ist auch Manfred Stork (2.v.re.) von der Stadt Weilheim.

Weilheim – Der Kreisstadt wurde der Titel „Fairtrade-Town Weilheim“ verliehen. Möglich wurde dies nur durch die Teilnahme verschiedener Geschäfte, Gaststätten, Vereine und Institutionen am Projekt. Bei einer Auftaktveranstaltung galt es nun die einzelnen Partner kennenzulernen und sich über das weitere Vorgehen auszutauschen.

Ein kurzer Rückblick: Im Oktober 2016 wurde auf Antrag der Freien Wähler beschlossen, an der Kampagne teilzunehmen. Zur Erfüllung der Voraussetzungen wurde eine Steuerungsgruppe, bestehend aus Horst Martin, Zweiter Bürgermeister, Romana Asam, Claudia Hanke, Anneliese Back und Ursula Resch gebildet. Die Gruppe koordinierte die Aktivitäten vor Ort und konnte mehrere Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe sowie eine Schule, zwei Vereine und eine Kirchengemeinde zur Teilnahme begeistern (wir berichteten).

„Ohne Partner hätten wir das nicht erreicht. Man braucht einen gewissen Grundstock, um das Siegel zu bekommen“, so Martin. Laut Back sei der „Fairtrade-Gedanke“ in den 1960er Jahren aufgekommen. Es wurden entsprechende Standards erstellt, die ökonomische, ökologische und soziale Kriterien erfüllen, wie das Verbot von Kinderarbeit und Diskriminierung, geregelte Arbeitsbedingungen oder transparente Handelsbeziehungen zu den Erzeugern in den Entwicklungsländern.

„Wir müssen aber auch fair zu unseren Bauern in direkter Umgebung sein“, erklärte Back. Demnach sei die Zertifizierung zur „Fairtrade-Town“ auch unter den Slogan „Bio, regional und fair“ gestellt worden.

In der anschließenden Vorstellungsrunde zeigte sich, welche „Fairtrade- Projekte“ von den verschiedenen Partnern bereits umgesetzt und angedacht wurden.

– Michael Sendl, Inhaber des „Biomichl“, bietet in seinem Bio-Markt fair gehandelte Produkte. an „Wir versuchen auch viele regionale Produkte zu kaufen“, so Sendl. Der regionale Anbau sei mit der wichtigste Beitrag.

– „Wir sehen es als Aufgabe an, fairen Handel im Unterricht zu behandeln und in den Alltag der Schüler hineinzubringen. Wir haben uns entschlossen, ‚Fairtrade-School‘ zu werden“, so Dr. Sabine Schneider von den Oberlandschulen. Es gebe auch eine „Fairtrade-AG“.

Die Schülerinnen Ronja und Samira berichteten zudem von zwei Aktion, um den „Fairtrade-Gedanken“ weiterzugeben: Fairtrade-Nikoläuse und Fairtade-Rosen.

– Der Naturkostladen „Zauberberg“ habe fair gehandelte Produkte wie Schokolade, Kaffee und Kakao im Sortiment, so Ellen Verwold sowie auch Fairtrade- und Bio-Bananen. „Wir würden gerne mehr verkaufen, aber das Angebot ist begrenzt, so Verwold.

– In der Solidargemeinschaft Weilheim-Schongauer Land sei laut Dr. Brigitte Honold geplant, eine fair gehandelte Schokoladentafel in die „Geschenkkartons“ mitaufzunehmen.

– Das evangelische Haus für Kinder möchte weiter faire und regionale Produkte kaufen. „Wir sind auf dem Weg zur Einen-Welt-Kita“, berichtete Brigitte Schmalz.

– Die evangelische Kirchengemeinde möchte laut Honold im Haus weiter fair gehandelten Tee und Kaffee ausschenken. Zudem gab es eine Fortbildung für Multiplikatoren in der Gemeinde zu diesem Thema.

– Der „Welt-Laden“ biete ein großes Angebot an fairen Produkten, wie Schokolade aus Afrika. Laut Astrid Borris werde zudem versucht, mehr faire Kleidung anzubieten.

– Auch der TSV Weilheim nimmt am Projekt teil. „Wir brauchen aber noch Hilfe und Unterstützung“, so Albert Schenking. Wo zum Beispiel fair gehandelte Produkte, wie Bälle gekauft werden können, wollte er wissen.

– Sylke Martin vom KAB Ortsverband Weilheim regte an, mehr Leute für das Thema zu sensibilisieren und zu informieren, wo in Weilheim fair gehandelte Produkte angeboten werden können. „Wir kaufen fairen Kaffee und regionale Produkte“, so Martin.

Bei der Auftaktveranstaltung war auch das Gymnasium Weilheim vertreten. „Wir sind von den Berichten der Oberlandschulen begeistert. Wir stecken aber noch in den Kinderschuhen“, erklärte Michael Scharbert.

Anschließend tauschten sich die Anwesenden noch aus. Der stellvertretende Landrat Karl-Heinz Grehl stellte die Frage, was das Landratsamt beitragen könne. „Als Sachaufwandsträger für diverse Schulen könnten zum Beispiel fair gehandelte Produkte wie Bälle gekauft werden“, schlug Ursula Resch von der Steuerungsgruppe vor. Auch könne im Schulkiosk auf Faire Produkte zurückgegriffen werden.

Als erste gemeinsame Aktion ist ein öffentliches, faires Frühstück in Weilheims Innenstadt geplant.

Von Maria Lindner 

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