Ausbau Anschlussstelle und neue Fahrbahndecke

Baustelle B17

Anschlussstelle Altenstadt Bundestraße B17
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Die Anschlussstelle Altenstadt (das Bild ist nicht genordet – siehe Nordpfeil) wird noch 2021 entschärft. Größere Auswirkungen auf den Verkehrsfluss während ihrer Dauer wird aber eine andere Maßnahme entfalten.

Landkreis – Im neuen Jahr stehen entlang der B17 beziehungsweise B472 zwei größere Maßnahmen an: Zwischen Hohenfurch und Peiting-West ist eine neue Fahrbahndecke vonnöten; ferner wird die Anschlussstelle Altenstadt, an der es immer wieder krachte, entschärft. Als zeitlich günstig erweise es sich, ließe sich beides koppeln, heißt es aus dem Staatlichen Bauamt Weilheim.  

Heutzutage würde man hier wohl gleich einen Vollanschluss bevorzugen, seinerzeit entschied man anders, blickt Andreas Lenker auf die Anschlussstelle Altenstadt. „Wieso man das damals nicht gemacht hat – keine Ahnung“, schildert der Abteilungsleiter für den Landkreis Weilheim-Schongau im Bereich Straßenbau. Seitdem widme sich sein Staatliches Bauamt als Teil der Unfallkommission, die es gemeinsam mit der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei bildet, immer wieder dieser Stelle.

Ein Unfallhäufungspunkt liege zwar nicht vor. Dass es öfter scheppert, sei aber durchaus auffällig. „Übersichtlich ist es ja, wenn man links von oder auf die B17 abbiegt“, erklärt Lenker. Fahrfehler oder der gefühlte Druck, eine Lücke zu finden, führen aber immer wieder zu gefährlichen Situationen.

Dem wurde auch mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Stundenkilometer begegnet. „Das nimmt etwas die Schwere aus den Unfällen und vergrößert das Zeitfenster für Entscheidungen“, so Lenker. Doch: „Es passiert trotzdem immer wieder was.“ Dem wird nun Rechnung getragen. Noch in diesem Jahr werden Auf- und Abfahrten an beiden Seiten der Fahrbahn realisiert.

Finanziell sperre sich der Bund als Geldgeber in solchen Angelegenheiten mit entsprechenden Unfällen eigentlich nie, erklärt Lenker. Die Baukosten belaufen sich auf rund 400.000 Euro. Tatsächlich sei in der Vergangenheit immer der Grunderwerb das entscheidende Hindernis gewesen. „Da war die Akzeptanz nicht so da.“ Dass es weiterhin zu Unglücken kam, habe diese Haltung aufgeweicht. Schon im Dezember ging der Notartermin über die Bühne.

Bitte der Stadt: Kein Kreisverkehr

Dass an der Kreuzung östlich der B17 kein Kreisverkehr, sondern eine Linksabbiegespur entsteht, gehe auch auf einen Wunsch der Stadt zurück: Kommt hier in Zukunft ein neues Wohngebiet, das an die bestehenden Verkehrsadern angebunden wird, reihen sich die Knotenpunkte sonst nachteilig für den Verkehrsfluss aneinander, so Lenker.

„Kreisverkehr oder Linksabbiegerspur – in diesem Fall ist es eigentlich egal“, komme man diesem Schongauer Anliegen nach. Außerdem verbrauche ein Kreisverkehr mehr Fläche. Dass in Sachen Naturschutz noch etwas schiefgeht, hält Lenker für unwahrscheinlich.

Fix ist der Zeitplan aber noch nicht, denn 2021 steht nahe der Anschlussstelle eine weitere größere Maßnahme an: Schon im letzten Jahr erneuerte das Staatliche Bauamt an mehreren Stellen die Fahrbahndecke der Bundesstraßen im Schongauer Land (wir berichteten), nun folgt für rund drei Millionen Euro die Umfahrung zwischen Hohenfurch und Peiting-West. Entweder stückchenweise oder in einem Aufwasch. Im Zuge dessen steht eine Sanierung der Übergangskonstruktion der Lechbrücke an.

Frage des Zeitplans

Ein unproblematisches Zeitfenster gebe es hierfür nicht, weiß Lenker. In den Ferien sei der Urlaubsverkehr groß, außerhalb der Berufsverkehr. Sicher hilfreich sei es aber, ließen sich beide Unterfangen – Anschlussstelle und Fahrbahndecke – zeitlich miteinander verbinden. Die Corona-Begleiterscheinungen könnten in diesem einen Fall sogar eine begrüßenswerte Wirkung entfalten.

„Makaber, aber es ist so“, erklärt Lenker: Wenn die hiesigen Baufirmen weniger großräumig unterwegs sind, lassen sich ihre Kapazitäten an Ort und Stelle besser nutzen. „Bleibt der Lockdown solange bestehen, würden wir versuchen, die Maßnahmen an der B17 rund um Ostern und an einem Stück durchzubringen.“ Allerdings schränkt er ein: „Die Asphaltierungsanlagen fangen meist erst nach Ostern so richtig an.“

Die Deckenarbeiten – an einem Stück à zwölf Wochen oder etappenweise zu viermal drei Wochen – werden definitiv eine Vollsperrung nach sich ziehen, können sich Verkehrsteilnehmer und Anwohner bereits auf entsprechende Umleitungen gefasst machen. Die rund vierwöchigen Arbeiten an der Anschlussstelle sind diesbezüglich unproblematischer: „Da müssten wir maximal zwischendurch eine Spur wegnehmen“, erklärt Lenker. Müssten beide Maßnahmen separat über die Bühne gehen, sei folgende Reihenfolge angesagt: „Erst die Anschlussstelle, dann der Deckenbau“.

ras

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