Andrea Müller zeigt, dass es funktioniert – Arbeitsagentur informiert über "Projekt Pauline"

Ausbildung in Teilzeit - Geht das?

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Andrea Müller fängt ihre Teilzeitausbildung im August an. Viel Erfolg!

Weilheim/Landsberg – Andrea Müller ist 31 Jahre alt und hatte immer eine Stelle als Mini-Jobberin. Mit 19 Jahren bekam sie ihre Tochter und dann blieb keine Zeit mehr, um über eine Ausbildung zu denken. Letztes Jahr las sie im Kreisboten über das Projekt Pauline von der Arbeitsagentur Weilheim. Neun Monate sind seitdem vergangen. Im August fängt sie ihre Teilzeitausbildung als Pharmazeutische Angestellte in der St. Jakobs Apotheke in Pittriching (Landkreis Landsberg) an.

Ohne Lehre oder eine Ausbildung sieht es für viele auf dem Arbeitsmarkt duster aus. Vor allem Frauen haben es oft schwer, nach einer Familienpause in den Beruf einzusteigen oder Fuß zu fassen. Das Projekt Pauline hat dieses Problem erkannt und hilft Frauen, sich selbst zu helfen. „Es ist bestimmt schwieriger alles alleine zu meistern. Denn vieles hat sich in der Arbeitswelt verändert. Es fängt schon beim Bewerbungsschreiben und dem Lebenslauf an“, erklärte die 31-Jährige. Im November fing sie mit dem Kurs an und erledigte in acht Wochen viele Praktika, um für sich den richtigen Beruf zu finden. „Ich musste das Prinzip der Teilzeitausbildung meinen damaligen Chefs auch erst einmal erklären. Viele kannten es nicht“, erzählte sie bei einer Tasse Kaffee in den Räumen der BIB Augsburg, Gemeinnützige Gesellschaft für Bildung, Integration und Beruf, in Weilheim. Dort findet nämlich der theoretische Teil des Lehrgangs statt. 

„Meine Arbeitszeiten spreche ich mit meinem Chef ab und koordiniere so meine Zeit zu Hause. Dienstags und am Freitag bin ich in der Schule und am Mittwoch habe ich frei“, erzählt Müller über ihren Tagesablauf. Für sie fielen keine Kosten an. Die Arbeitsagentur übernimmt alle Kosten, wie für die Zugfahrt oder die Kinderbetreuung zum Beispiel. Ihr Mann und der Freundeskreis finden es sehr gut, dass sie eine Teilzeitausbildung macht. 

Das Projekt Pauline gibt es schon seit eineinhalb Jahren und die Erfolgsquote ist laut Maria Vogl von der Arbeitsagentur sehr gut. Die Teilnehmerinnen sind zwischen 17 und 48 Jahren. Viele Betriebe sind dankbar, denn die Teilzeitazubis wissen, was sie werden wollen und sind auch von den Betrieben anders einsetzbar, erklärte Vogl. „Eine 31-Jährige arbeitet und denkt eben anders als eine 20-jährige Frau. Das merken die Unternehmen“, sagte Vogl. 

Was ist das Projekt Pauline?

Das Projekt Pauline bereitet die Teilnehmerinnen auf eine betriebliche Teilzeitausbildung vor und unterstützt sie auf der Suche nach einer passenden Stelle. 

Das Vorbereitungsmodul dauert acht Wochen. Es werden eine Eignungsanalyse erstellt, berufliche Ziele erarbeitet, Kinderbetreuungsaspekte angesprochen, ein Bewerbungstraining absolviert und auf ein Praktikum vorbereitet. Im Betriebspraktikum sieht die Teilnehmerin, ob das Unternehmen für sie ein Ausbildungsbetrieb sein könnte. Im zweiten Vorbereitungsmodul wird das Praktikum ausgewertet und auf ein zweites Praktikum hingearbeitet. 

Das nächste Pauline Projekt startet am Montag, 12. Mai. Interesse geweckt? Dann bitte mit Frau Königbauer vom BIB Augsburg (in Weilheim), Tel. 0881/6009013, oder mit Maria Vogl von der Arbeitsagentur, Tel. 0881/991222, Kontakt aufnehmen. Beide freuen sich sehr, helfen zu können. Das Gleiche gilt natürlich auch für interessierte Unternehmen. Wer Fragen zum Thema Teilzeitausbildung hat, kann sich gerne an die Arbeitsagentur in Weilheim wenden.

Von Alma Jazbec

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