AusbildungsScout Maxi Langer hilft Schülern bei der Berufsorientierung

Seht her – das ist mein Job!

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Maxi Langer (stehend) bei seinem Einsatz als Ausbildungs- Scout in der Mittelschule Weilheim. Veronika Schuster, zweiter AusbildungsScout, (im Hintergrund li.) von der W. Renner GmbH in Weilheim hört aufmerksam zu.

Weilheim/Landkreis – Schülerinnen und Schüler besser über das System der Beruflichen Bildung, über Ausbildungsberufe, Beschäftigungs- und Karrierechancen zu informieren, ist das Ziel der „Ausbildungs- Scouts“, einer Initiative der bayerischen IHKs. Von engagierten Auszubildenden, die nur wenige Jahre älter sind, erfahren sie aus erster Hand alles Wichtige über die duale Berufsausbildung.

Diese Kampagne bringt allen Beteiligten – Auszubildenden, Schülern, Schulen sowie Betrieben – Vorteile. Maxi Langer berichtet im Interview von seiner Ausbildung und seinen Erfahrungen als AusbildungsScout.

Maxi, du bist seit September 2014 Azubi beim Schleifmaschinenhersteller Isog Technology. Welchen Beruf erlernst du dort und warum hast du dich ausgerechnet für diesen entschieden?

Maxi Langer: „Seit September 2014 mache ich bei Isog Technology meine Ausbildung zum Mechatroniker. Das heißt, ich bin derzeit im dritten Lehrjahr und bin bald mit meiner Ausbildung fertig. Der Mechatroniker vereint eigentlich zwei Berufe, den Elektroniker und den Mechaniker. Das ist etwas, was mir super gut gefällt. Die Aufgaben im Job sind dadurch total vielfältig und abwechslungsreich. Kein Tag ist wie der andere. Und mir ist nie langweilig.“

Im Frühjahr 2016 warst du einer der ersten, der sich dafür entschieden hat, bei dem bayernweiten Projekt der IHK-Ausbildungs-Scouts mitzumachen. Worum geht es dabei?

Maxi: „Die IHK-Ausbildungs- Scouts sind Azubis aus ganz vielen IHK-Berufen. Wir gehen in Schulklassen und berichten über unsere Ausbildung. So helfen wir den Schülern bei der Berufsorientierung und zeigen, dass es ganz viele interessante Berufe gibt und die Ausbildung eine super Basis für die Zukunft ist. Da sind Köche dabei oder Bankkaufleute oder eben auch Mechatroniker wie ich. Vielen Betrieben fehlen einfach die Lehrlinge, sie bekommen immer weniger Bewerbungen für ihre Ausbildungsplätze. Mit den Scouts wollen wir das ändern.“

Und was machst du konkret, wenn du als Scout vor einer Klasse stehst?

Maxi: „Ich stelle den Mädels und Jungs meinen Beruf vor und wie ich dazu gekommen bin. Dafür habe ich eine Präsentation dabei. Ich erzähle ihnen aus meinem Ausbildungsalltag, was meine täglichen Aufgaben in der Firma sind, wie die Ausbildung überhaupt abläuft. Im Gespräch ergeben sich dann meistens auch noch Fragen.

Damit sich die Schüler besser vorstellen können, worum es in meinem Job geht, zeige ich ihnen viele Fotos. Zum Beispiel von Maschinen, mit denen ich arbeite. Oder ich bringe meine Übungsstücke aus der Lehrwerkstatt mit. Das sind zum Beispiel selbst gedrehte Schrauben und selbst gefräste Zahnräder. Die werden später in Maschinen eingebaut, die wir bei Isog Technology herstellen.“

Wie bist du zu den Scouts gekommen?

Maxi: „Meine Firma ist ein bekannter Ausbildungsbetrieb in Weilheim. Die IHK-Geschäftsstelle in Weilheim hat uns kontaktiert und gefragt, ob wir uns mit einem Azubi an dem Projekt beteiligen wollen. Unsere Ausbildungsleitung war davon begeistert. Unser Ausbilder hat dann uns Azubis gefragt, ob jemand mitmachen möchte. Für mich klang das spannend, deshalb habe ich zugesagt und dann am eintägigen Seminar für die Ausbildungsscouts in der IHK-Geschäftsstelle teilgenommen.“

Gibt es noch andere Gründe, warum du mitmachst? Was bringt es dir, ein Ausbildungs-Scout zu sein?

Maxi: „Für Schüler ist es wichtig, mehr über die verschiedenen Berufe zu erfahren. Da weiß man als Jugendlicher viel zu wenig. Zu meiner Schulzeit hätte ich so eine Info super gefunden. Deshalb finde ich es jetzt auch gut, meine Erfahrungen an andere weiterzugeben, vor allem weil mir meine Ausbildung und mein Beruf echt Spaß machen.

Dann kommt dazu, dass ich als Scout auch was für meine persönliche Weiterentwicklung mache. Ich übe zum Beispiel, mich vor mir unbekannten Leuten frei zu präsentieren. Dafür gibt es ansonsten nicht so viele Gelegenheiten. Ich finde, dadurch gewinne ich an Selbstsicherheit. Und das kann ja schließlich nie schaden.“

Würdest du den Scout-Job weiterempfehlen?

Maxi: „Ja, unbedingt! Abgesehen davon, dass es wirklich Spaß macht, den Schülern zu helfen und ihre Fragen zu beantworten, trainiert man eben auch sicheres Auftreten und freies Sprechen.“

Wie oft bist du im Einsatz und wie bereitest du dich vor?

Maxi: „So ungefähr drei Mal im Schuljahr besuche ich – immer zusammen mit einem zweiten Scout aus einem anderen Beruf – Klassen in einer der Schulen in unserem Landkreis. Manchmal geht es auch ein bisschen weiter weg. Ich war zum Beispiel auch schon mal in Garmisch-Partenkirchen und in Tutzing an meiner alten Schule.

Den Termin stimmt Marina Gattinger, unsere Koordinatorin von der IHK-Geschäftsstelle Weilheim, mit mir und meinem Ausbilder ab. Vor dem jeweiligen Termin checke ich auf alle Fälle immer noch einmal meine Präsentation und schaue, ob ich etwas aktualisieren muss.“

Wie reagieren denn die Schüler auf dich?

Maxi: „Die Schüler reagieren in der Regel total gut auf uns, meistens wissen sie ja nicht so richtig, was sie bei dem Termin erwartet. Oft sind sie auch überrascht, wie echt und geraderaus wir berichten und löchern uns dann mit Fragen, zum Beispiel auch übers Gehalt. Es ist immer eine sehr ehrliche Atmosphäre, das finde ich voll gut. Ich glaube, den Schülern gefällt es auch, dass sie praktisch mit Gleichaltrigen über das wichtige Thema der Berufswahl sprechen.“

Hättest du dir in deiner Schulzeit so ein Angebot gewünscht?

Maxi: „Ja, das hätte mir auf alle Fälle gut gefallen. Da es so etwas aber nicht gab, habe ich ab der 8. Klasse Praktika gemacht und mich so beruflich orientiert.“

Mehr Infos

Kontakt für interessierte Azubis, Ausbildungsbetriebe und Schulen: Marina Gattinger, Regionalkoordinatorin in der IHK-Geschäftsstelle Weilheim, Tel. 0881/92574-29, E-Mail: Gattinger@meunchen.ihk.de.

von Kreisbote

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