AusbildungsScouts stellen ihre Jobs an Schulen im Landkreis vor – Wer möchte im Schongauer Raum als Scout aktiv werden?

Berufsorientierung mal ganz anders

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Die AusbildungsScouts Oberbayern freuen sich auf Verstärkung.

Landkreis – SchülerInnen besser über das System der Beruflichen Bildung, über Ausbildungsberufe, Beschäftigungs- und Karrierechancen zu informieren, ist das Ziel der „AusbilungsScouts“, einer Initiative der bayerischen IHKs. Von engagierten Auszubildenden, die nur wenige Jahre älter sind, erfahren sie aus erster Hand alles Wichtige über die duale Berufsausbildung.

Warum diese Kampagne allen Beteiligten – Auszubildenden, Schülern, Schulen sowie Betrieben – Vorteile bringt, erklärt Marina Gattinger, Regionalkoordinatorin in der IHK-Geschäftsstelle Weilheim.

Frau Gattinger, Sie möchten Azubis für die IHK-AusbildungsScouts gewinnen. Was versteckt sich dahinter?

Gattinger: „Die IHK-Ausbildungsscouts sind Azubis aus ganz vielen Berufsfeldern, die an den allgemeinbildenden Schulen die Werbetrommel für die berufliche Ausbildung schlagen. Viele Betriebe im Landkreis klagen darüber, dass ihnen die Lehrlinge fehlen und sie immer weniger Bewerbungen für ihre Ausbildungsplätze bekommen. Wir von der IHK wollen das ändern. Unsere AusbildungsScouts sollen deshalb Schülerinnen und Schüler an den Schulen über die Vielfalt der Ausbildungsberufe informieren. Das geht vom Koch über die Kauffrau für Büromanagement bis hin zum Elektroniker.“

Das klingt ja spannend. Was muss ich als Scout tun?

Gattinger: „Ist ein Termin in einer Schule vereinbart, schicken wir in der Regel zwei Scouts dorthin. Ein Scout stellt dabei einen kaufmännischen Beruf vor, der zweite einen technischen. Den Einsatz, den wir gemeinsam vorbereiten, begleite ich bei Bedarf. Der Besuch in der Klasse beginnt in der Regel mit einer Präsentation. Der Scout stellt seinen Beruf vor, seine Ausbildung, wie diese abläuft, was er alles lernt, wie Berufsschul- und Arbeitsalltag aussehen. Aber er ist natürlich auch da, um die Fragen der Schüler zu beantworten. Da beide Seiten fast gleichaltrig sind, herrscht meist eine sehr offene Atmosphäre. Oft geht es dabei darum, warum er sich genau für diesen Beruf entschieden hat, wie das mit der Bewerbung gelaufen ist und was für Pläne er nach der Ausbildung hat.“

Wie wird man denn IHK-AusbildungsScout?

Gattinger: „Alles beginnt mit einem eintägigen Seminar in der IHK-Geschäftsstelle Weilheim. Dafür muss der Ausbildungsbetrieb seinen Azubi freistellen. Im Seminar schule ich die Azubis für ihren Einsatz. Wir erarbeiten gemeinsam das Konzept für ihre Präsentation, in der sie vor den Klassen ihren Beruf vorstellen werden. Anschließend wird das Präsentieren geübt, ich stehe ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite. Natürlich spielen wir eine Vielzahl an Fragesituationen durch. Es ist immer wieder toll zu sehen, wie viel Spaß die Azubis an diesem Seminar haben und wie sie in der kurzen Zeit an Selbstsicherheit gewinnen oder ihre Präsentationstechniken verbessern.“

Und nach diesem Seminar – wie geht es weiter?

Gattinger: „Dann folgen möglichst bald die ersten Einsätze. Wir bieten den Schulen hier im Landkreis die Scouts für die Berufsorientierung ab der 8. Klasse an. Ist eine Schule an einem Besuch interessiert, kontaktiere ich die mir für den Termin geeigneten Scouts und kläre ihre Verfügbarkeit mit dem Ausbildungsbetrieb ab. Die Termine finden übrigens nicht in der Berufsschulzeit statt. Und ich achte natürlich auch darauf, dass die zu besuchende Schule in der Nähe des Ausbildungsortes liegt. Nach Möglichkeit schicke ich jeden Scout etwa drei Mal im Schuljahr an eine Schule.“

Was bringen mir als Scout solche Einsätze?

Gattinger: „Als Botschafter für seinen Beruf und seine Ausbildung sollte man natürlich zuallererst voll und ganz hinter der Sache stehen. Spaß am Kontakt zu anderen Menschen ist wichtig und am Austausch mit ihnen. Dann sind die Schulbesuche eine ausgezeichnete Gelegenheit, das Präsentieren und freie Sprechen vor einem fremden Publikum zu trainieren. Natürlich kann man seine Einsätze als Scout auch sehr gut im Lebenslauf festhalten. Scheidet man am Ende seiner Ausbildung als Scout aus, stellt die IHK eine Urkunde aus.“

Seit wann gibt es dieses IHK-Projekt?

Gattinger: „Die IHK-AusbildungsScouts sind bayernweit unterwegs. Das Projekt haben alle bayerischen IHKs im Frühjahr letzten Jahres gestartet, es wird vom Wirtschaftsministerium gefördert. Lehrlinge fehlen überall. Letztes Jahr konnten über 32 500 Ausbildungsplätze in Bayern nicht besetzt werden, allein im Landkreis Weilheim-Schongau waren es mehr als 260. Leider wissen viel zu wenige Schüler und auch Eltern über die vielfältigen Möglichkeiten und Karriere- chancen Bescheid, die eine berufliche Ausbildung bietet. Hier sollen die IHK-Ausbildungs- Scouts aufklären helfen.“

Wie ist es um das Projekt konkret im Landkreis Weilheim-Schongau bestellt?

Gattinger: „Aktuell haben wir 19 aktive Scouts, die 14 Berufe repräsentieren. Hauptsächlich kommen sie allerdings aus der Weilheimer Region. Seit dem Beginn der Initiative vor einem Jahr haben unsere Scouts 14 Klassen an drei Schulen besucht. Hier in Schongau haben wir allerdings noch großen Bedarf an jungen Leuten, die gerne als Scout aktiv werden möchten. Deshalb meine Aufforderung an alle Interessierten, sich bei mir zu melden. Das gilt im Übrigen auch für Schulen. Die Scouts bieten einen tollen Service, wenn es darum geht, die Schüler in Sachen Berufsorientierung zu unterstützen.“

Vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt für interessierte Azubis, Ausbildungsbetriebe und Schulen: Marina Gattinger, Regionalkoordinatorin in der IHK-Geschäftsstelle Weilheim, Tel. 0881/92574-29, E-Mail: Gattinger@meunchen.ihk.de.

von Kreisbote

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