Facettenreiche Sichtbarkeiten

Ausstellung „neu gedacht“ in Murnau: Kunst im Kontext der Pandemie

Ausstellung „Neu gedacht“ in Murnau
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Silke Lühr (3.v.li) hat sich gemeinsam mit Jürgen Jaumann, Heribert Riesenhuber, Sidsel Ladegaard, Rita de Muynck und Uta Schnuppe-Strack (v.li.) schon einmal auf den „Holzweg‘‘ begeben.
  • VonAntonia Reindl
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Murnau – Kein gewöhnliches Gartentor führt dieser Tage in das Grün der Villa Reinherz. Es ist fast schon ein Portal. Eines von vielen Kunstwerken, die bis zum 24. Juli dort, im Kultur- und Tagungszentrum (KTM) und in der Galerie am Gabriele-Münter-Platz zu sehen sind. An der Ausstellung „neu gedacht“ wirken rund zwei Dutzend lokale wie internationale Kunstschaffende mit, wobei auch Performances, Konzerte und ein Workshop Programm sind.

Da sitzen sie, Heribert Riesenhuber und Susanne Hanus, im Garten der Villa Reinherz unweit des Seidlparks, mit einer Handvoll Kunstschaffender, wenige Tage vor Eröffnung der Ausstellung, die vom Kunstverein Murnau und der Antonie-Zauner-Stiftung veranstaltet wird. Die Gruppe aus Organisatoren und Kreativen sinniert, philosophiert, diskutiert. Birgit Schwarzenberger, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, gibt sich da zuversichtlich, dass bei den Künstlergesprächen, zweimal werde es im Rahmen von „neu gedacht“ ein „Meet the artists“ geben, nicht an Gesprächsstoff mangeln werde.

In Gang gebracht wurde das Projekt vor rund einem Jahr. Damals habe Ekkehard Gorski, der während der Pandemie „transparente Schutzmasken entwickelt hatte“ und diese „mit großem Erfolg“ verkauft habe, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins, „einen größeren Betrag“ an den Verein gespendet. Eine Spende im Kontext von Corona – eine Ausstellung im Kontext der Pandemie. Es werden nur Arbeiten gezeigt, die in den vergangenen zwei Jahren geschaffen, neu gedacht wurden. Das meiste, so Riesenhuber, sei sogar eigens für die Ausstellung entwickelt worden.Über 20 Künstlerinnen und Künstler sind vertreten, darunter zeigen auch internationale Kreative, etwa aus Korea, China, Polen oder Belgien, ihre Objekte. Wobei, nicht jedes Werk wird einfach gezeigt. Ein Werk sei unsichtbar, verrät Riesenhuber, ein weiteres sei nur im Dunkeln zu sehen – und wieder ein anderes wirkt im virtuellen Raum. Doch nicht nur die Kunst, auch die Kunstschaffenden kommen dank „neu gedacht“ in eine besondere Lage. In der Gruppe zu arbeiten, sei anders, im Miteinander würden „die eigenen Gedanken katapultiert“ werden, sagt die Murnauer Künstlerin Silke Lühr.

Die Besucher sollen immer wieder herkommen, wünscht sich Schwarzenberger. Dann würden sie stets etwas Neues entdecken. Auch entsteht manche Kunst erst noch: Uta Schnuppe-Strack möchte mit den Besuchern eine papierne Menschenkette schaffen. Die Idee dazu kam ihr während der Pandemie, als sich die Menschen nicht mehr die Hände reichten. Ein Hand-in-Hand unter den Kunstschaffenden, wenngleich im metaphorischen Sinn, wird durch das Projekt ebenfalls angestrebt. Die Idee hinter der Ausstellung sei auch, „Murnau etwas auf das überregionale Gleis zu bringen“, erklärt Riesenhuber.

Am Samstag, 9. Juli, wird die Ausstellung eröffnet. Beginn ist um 17 Uhr mit einer Tanzperformance von Sheila Furlan und Kathrin Knöpfle am Weiher im Seidlpark. Um 18 Uhr folgt die Eröffnung des Skulpturengartens an der Villa Reinherz, um 19 Uhr die Eröffnung im Saal des KTM mit einer multimedialen Bühnenperformance von Yvonne Fontane, Elodie von Poschinger, Felix Chougrani und Robert Langer, einem Vortrag von Neurobiologin Hannah Monyer, einem Grußwort von Harald Kühn, der Besichtigung der Ausstellungsteile im KTM und in der Galerie am Gabriele-Münter-Platz, sowie einer abschließenden Party. Das Programm bis zum 24. Juli, die Kunstschaffenden und Öffnungszeiten gibt es auf der Website.

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