Ausstellung "Nonnenspiegel und Zirkusschweine" im Buchheim Museum

Spannende Technik

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Lothar-Günther Buchheim „Bimbina und Kompanie – die Zirkuswunderschweine“, 1945/46.

Bernried – Dass eine ländliche Hauskunst aus Bayern, Böhmen und Schlesien impulsgebend für die Moderne gewesen sein soll, klingt absurd.

Dass es aber doch wahr ist, kehrt der Autor der ersten Monographie über den „Blauen Reiter“ hervor: Lothar-Günther Buchheim. Den Malern der Künstlervereinigung des „Blauen Reiter“ habe die Hinterglasmalerei mit ihrer „volksliedhaft kraftvollen Formensprache“, ihren leuchtenden Farben und der vereinfachten Perspektive Inspiration gegeben. Mit ihrem Almanach hätten sie die künstlerische Botschaft aus den Dörfern aufgegriffen und weitergetragen.

Als Expressionist im Geiste der „Brücke“ und des „Blauen Reiter“ kaufte Buchheim Hinterglasbilder des 19. Jahrhunderts. Bei den Darstellungsinhalten seiner Sammlungsstücke handelt es sich nahezu ausnahmslos um Gnadenbilder und Andachtsbilder.

Eine besondere Gruppe bilden die „Nonnenspiegel“, bei denen die Darstellungen hinter Glas von einer Metallbeschichtung hinterfangen sind. Den Nonnen dienten sie zur Sündenverschleierung. Während sie die Heiligendarstellungen erblickten, konnten sie sich am Rande eitel selbst betrachten.

Als Künstler malte Buchheim schließlich seine eigenen „Heiligen“ hinter Glas: Clowns, Akrobaten und Zirkustiere. Die Ausstellung im Buchheim Museum spürt seiner Beschäftigung mit dem Thema in ganzer Breite nach – und sie lädt die Besucher dazu ein, sich gleich vor Ort unter fachlicher Betreuung selbst in dieser spannenden Technik auszuprobieren.

Workshop am Mittwoch, 1. November, von 14.30 bis 16.30 Uhr im Labor der Phantasie: Über Nonnenspiegel und Zirkusschweine. „Klerikale Kollisionen“ mit Katrin Bach, maximal 15 Teilnehmer, Anmeldung unter info@buchheimmuseum.de oder unter Tel. 0815899700. Die Ausstellung kann bis 18. Februar 2018 besucht werden.

von Kreisbote

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