Jedes Bild erzählt eine Geschichte

Sexuelle Gewalt: Ausstellung von Salome Herbst im Sparkassenneubau Weilheim

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„Bin ich schuld?“ Salome Herbst (mi.) schildert, wie eines ihrer jüngsten Bilder entstand. V.li.: MdL Susanne Enders, Horst Martin, zweiter Bürgermeister; Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Polizeiinspektionsleiter Harald Bauer, Sparkassenvorstand Thomas Orbig, Andrea Steidl.

Weilheim – Sexuelle Gewalt gegenüber Frauen, das Thema wurde lange totgeschwiegen. Denn „es kann nicht sein, was nicht sein darf“, hieß es. Spätestens seit der MeToo-Bewegung sprechen Betroffene weltweit offen über ihre Erlebnisse und werden gehört. Eine dieser Frauen ist die Künstlerin Salome Herbst, die in ihrer Familie Unvorstellbares erlebt hat.

Beim Verarbeiten ihrer Vergangenheit half ihr die Malerei. „Kunst ist eine meiner Kraftquellen“, sagte sie zur Eröffnung ihrer jüngsten Ausstellung im Foyer des Neubaus der Sparkasse Oberland. Und es ist keine gewöhnliche Ausstellung. Ihre Bilder und Gedanken hat sie in einem Rundgang geordnet, der die Betrachter auf eine Reise in dunkle Abgründe mitnimmt. Beides, Bilder und Texte, rühren an, machen nachdenklich und still.

Stille herrschte auch im Foyer, als die Künstlerin aus ihrem Leben erzählte. „Ich möchte Sie auf eine Reise mitnehmen und wünsche Ihnen, dass der Funke überspringt, denn es gibt nichts, was es nicht gibt. Ich fühle ein großes schwarzes Loch, wenn ich an meine Kindheit zurückdenke. Ich wuchs im Glauben auf, dass Missbrauch normal ist. Die Drohung, mich zu töten, wenn ich jemandem etwas erzähle, stand stets im Raum. Daraufhin zog ich mich in eine Traumwelt zurück und malte mir meine eigene Welt“, schilderte Herbst diese Zeit. Vergessen kann sie ihre Erlebnisse trotz intensiver Trauma-Behandlung bis heute nicht. Angstzustände und Schlaflosigkeit sind normal, ebenso wie Schwierigkeiten bei sozialen Kontakten.

„Ich habe unheimlich Respekt vor Ihnen und bin stolz, dass Sie heute selbst hier sind. Diese Ausstellung ist dafür gedacht, dass Menschen die Augen vor der Gewalt gegenüber Mädchen und Frauen öffnen“, sagte Landrätin Andrea Jochner-Weiß in ihrer Begrüßung. Die Kunstausstellung trägt den Titel: „Im Funkenflug der Schattenlichter – die Rückkehr der verborgenen Erinnerungen“ und wurde anlässlich des Tages „Nein zu Gewalt an Frauen“ von der Gleichstellungsbeauftragten am Landratsamt, Andrea Steidl, initiiert.

Die Ausstellung ist noch bis zum Freitag, 20. Dezember, während der Öffnungszeiten der Sparkasse zu besichtigen. Salome Herbst ist eine Autodidaktin, sie nahm Unterricht bei Enrico Richter und Stefanie Oncken. Heute studiert sie Malerei und Grafik an der Privaten Berufsfachschule für Bildende Kunst in München.

Georg Müller

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