Ausstellung im Landratsamt Weilheim bis 28. Februar

35 Jahre Naturschutzwacht

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Die ambitionierten Naturschützer mit Landrat Dr. Friedrich Zeller (7.v.re.) und Altlandrat Manfred Blascke (4.v.li.), in dessen Amtszeit die Schutzwacht eingeführt wurde.

Weilheim/Landkreis – „Nur was man kennt, das schützt man auch.“ Ein Sprichwort, wie geschaffen für die vielfältigen Lebensräume (Biotope) im Landkreis! Denn wo lassen sich der ökologische Wert der Grasleitener Moorlandschaft, des Paterzeller Eibenwaldes oder der Vogelfreistätte Ammersee-Süd anschaulicher erklären als draußen in freier Natur? Von Menschen, die sich auskennen, wie die Naturschutzwächter.

Johann Süß aus Iffeldorf ist der dienstälteste der 23 Wächter, die, verteilt auf den Landkreis, über Rechtsvorschriften aufklären, beraten und unbelehrbaren Naturfrevlern schon mal mit einer Anzeige drohen. An der Akzeptanz in der Bevölkerung hat es in der Gründungsphase der Schutzwacht 1978 noch oft gefehlt. „Es gab viele Konflikte zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Reitern“, erinnert sich Süß. Erschwerend kam für ihn hinzu, dass bis 1980 an den Osterseen, in seinem Einsatzgebiet, keinerlei Beschränkungen, wie Wegegebote oder Badevorschriften, existiert haben. Im Kreistag, bestätigte Altlandrat Manfred Blaschke, sei lang und breit darüber diskutiert worden, bis man sich auf eine Aufwandsentschädigung für die Naturschützer einigte. Die Aufgaben des Iffeldorfers Süß und seiner Kollegen, unter denen eine Naturschutzwächterin ist, dokumentiert eine Ausstellung, die noch bis Ende Februar im Foyer des Landratsamtes an der Stainhartstraße 7 gezeigt wird. Die Besucher können sich dort ebenso über Naturschutzgebiete im Landkreis, geschützte Pflanzen und Tiere informieren. Der Naturschutz ist in Bayern Staatsaufgabe mit Verfassungsrang. 35 Jahre Naturschutzwacht Weilheim sind für Landrat Dr. Friedrich Zeller ein Anlass, den ehrenamtlichen Helfern zu danken und zu zeigen, „dass der Natur- und Landschaftsschutz im Landkreis kein Lippenbekenntnis, sondern ein richtiges Anliegen ist“. „Wir wissen, was wir an Ihnen haben“, sagte Zeller bei der Ausstellungseröffnung, an die „Wächter“ gewandt. Die Naturschutzwächter bringen einen unterschiedlichen beruflichen Hintergrund mit und haben sich zu einer wichtigen Institution entwickelt, die die Untere Naturschutzbehörde beim Bewältigen ihrer Aufgaben unterstützt. Durch ihre Präsenz vor Ort sind sie ein Bindeglied zwischen Behörde und Bevölkerung. Kenntnisse über die Zusammenhänge in der Natur zu vermitteln ist auch Werner Schubert ein Anliegen. Immer wieder kommt es vor, dass er als Naturschutzwächter einschreiten muss: Etwa, wenn zu nah an einem Gewässer geodelt wird oder ein Wanderer im Wald einen Frauenschuh für den eigenen Garten ausgegraben hat. „Aufklären“, sagt Schubert , ist viel wichtiger als den Verstoß gleich anzuzeigen.“ Sie möchten in der Naturschutzwacht des Landkreises mitarbeiten? Auskunft gibt es bei der Unteren Naturschutzbehörde, Tel. 0881/ 681-1251 (Hubert Wagner) oder -1316 (Matthias Hett).
Von Maria Hofstetter

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