Bürgermeister sieht keine Vögel in Gefahr

Autoverbot auf Staatsstraße?

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Das Vogelschutzgebiet in Pähl.

Fischen/Pähl – Ein Radweg zwischen Fischen und Dießen soll her. Das wird vehement seitens vieler Radfahrer gefordert. Doch Naturschützer sehen Tiere und Pflanzen durch die angestrebte Lösung an der Birkenallee bedroht. Der Pähler Bürgermeister Werner Grünbauer wehrt sich in einem Schreiben nun gegen diese Aussagen.

Einige Mitglieder von Bund Naturschutz und der Schutzgemeinschaft Ammersee Süd fordern, dass der Radweg nicht an geplanter Stelle realisiert wird, sie wollen einen Radweg über die Raistinger Schleife. Die Umweltinitiative Pfaffenwinkel geht noch einen Schritt weiter: Sie möchte, dass die Staatsstraße zwischen Dießen und Fischen für Kraftfahrzeuge komplett gesperrt und der Verkehr über Raisting geleitet wird. 

Für die Lösung an der Birkenallee sprechen sich hingegen die Bürgermeister von Dießen, Raisting und Pähl aus und auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß unterstützt das Vorhaben. 

„Es ist bedauerlich, dass sowohl die Schutzgemeinschaft als auch der Bund Naturschutz diese einmalige Chance vergeben, eine sehr gute und gemeinsame Lösung zur Zufriedenheit aller umzusetzen“, bedauert Grünbauer die mangelnde Gesprächsbereitschaft. Die unnachgiebige Haltung, die Bürger als Feinde der Natur zu sehen, schade der Umwelt direkt. Im FFH-Gebiet seien immer alle Richtlinien eingehalten worden und das soll auch in Zukunft so bleiben, versichert Grünbauer. 

Auch die befürchtete Bedrohung von Vögeln sei nicht gegeben, verweist er auf Monitoring-Ergebnisse, die von den Schutzverbänden selbst erstellt wurden. Im Bereich des potenziellen Radwegs sei dabei seit 2006 kein Brutgelege südlich der Birkenallee festgestellt worden. Entlang der Raistinger Schleife hingegen seien Brachvogelvorkommen gesichtet worden. Bei anderen gefährdeten Arten sei der Sachverhalt ähnlich. 

Auch stimme nicht, dass 10 000 Quadratmeter beeinträchtigt seien. Grünbauer legt Karten vor, die lediglich 2 000 Quadratmeter ausweisen. Das Störpotenzial sei bei der Raistinger Schleife mit 7,2 Kilometer gegenüber 3,7 an der Birkenallee außerdem höher. Den Umweg würden Wanderer darüber hinaus vermutlich nicht akzeptieren. Auch eine Trasse über die Ertlmühle sei undenkbar, da der Eigentümer hier nicht kooperiere. Die Finanzierung des Weges an der Birkenallee würde zu 100 Prozent der Freistaat übernehmen. Somit könnte er bald gebaut werden. 

Die Umsetzung hängt nun an der Regierung von Oberbayern, die das Planfeststellungsverfahren einleiten muss. Die anderen Lösungen müssten der Landkreis und die Gemeinden finanzieren.

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