Bachplätschern in Weilheims Ledererstraße

Nachdem vor Kurzem der sanierte Marienplatz eingeweiht werden konnte, plant die Stadt nun den nächsten Schritt im Zuge der Altstadterneuerung. Dabei geht es um die Herzog-Christoph-Straße, die Ledererstraße und den Herzog-Albrecht-Platz.

Zunächst wurde im Stadtrat darüber abgestimmt, ob überhaupt saniert werden soll. Denn um die dafür nötigen Fördergelder aus dem Programm der Städtebausanierung bei der Regierung von Oberbayern beantragen zu können, muss ein Beschluss vorliegen, der auch einstimmig gefasst wurde. Mit den Baumaßnahmen wird voraussichtlich 2010 begonnen. Darüber, wie die Baumaßnahmen im Einzelnen aussehen werden, soll in einer gesonderten Sitzung abgestimmt werden. Der mit der Planung beauftragte Architekt Klaus Immich stellte dem Bauausschuss verschiedene Varianten für die Sanierung der Ledererstraße und dem Platz vor der Musikschule vor. Kosten in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Euro werden dadurch voraussichtlich entstehen. Auch die Herzog-Christoph-Straße soll neu gestaltet werden. Eine Vollpflasterung der Straße würde etwa 30000 Euro mehr kosten als eine Aufteilung in Pflaster und Asphaltierung. Die Anregung, den Weilheimer Stadtbach als kleinen Bachlauf durch die Ledererstraße laufen zu lassen, wurde von Immich aufgegriffen. Er schlägt vor, dass der Bach dort 70 Zentimeter breit und 40 Zentimeter tief sein solle, also eher ein „Symbol für den Stadtbach“. Über eine Pumpanlage könne das Wasser aus dem Stadtbach hochgepumpt und am Ende des Bachlaufes am Platz vor der Musikschule wieder abgeleitet werden. Die Technik würde etwa 20000 Euro kosten, das Anlegen des Baches 30000 Euro. Diesem Entwurf hatte der Bauausschuss bereits im Vorfeld zugestimmt. Diskussionen löste dagegen die Frage nach der Gestaltung des Straßenbelages in der Herzog-Christoph-Straße aus. Zum einen wurde vorgeschlagen, die Straße „aus einem Guss“ mit dem Pflaster vor der Musikschule zu gestalten. Stadtratsmitglied Luise Nowak gab jedoch zu bedenken, dass sich diese Betonsteine, die dort verlegt sind, sehr schnell abnutzen und ein dauerhaft haltbares Granitpflaser auf längere Sicht gesehen günstiger sei. „Auch wenn dies in der Anschaffung zwar mit 56000 Euro mehr zu Buche schlägt als Betonsteine, ist es im Endeffekt billiger, da es nicht ständig nachgebessert werden muss“, erläuterte Nowak. Laut der Kostenaufstellung des Architekten Immich käme eine Vollpflasterung mit Beton auf 500000 Euro, eine Ausfürung mit Asphalt und seitlicher Pflasterung auf 529000 Euro und eine Vollpflasterung mit Granit auf 556000 Euro. Nachdem der Stadtrat nun zunächst beschlossen hat, eine Förderung der Altstadtsanierung bei der Regierung von Oberbayern zu beantragen, soll über die genaue Ausführung der Erneuerung dann entschieden werden, wenn ein Förderbescheid vorliegt. „Das kann aber noch länger dauern, denn das Programm der Regierung zur Städtebausanierung ist derzeit stark überlastet. Daher ist noch gar nicht sicher, ob und wann die Stadt Weilheim Mittel aus dem Sanierungsprogramm erhalten wird“, gab Bürgermeister Markus Loth (BfW) zu bedenken.

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