Bächlein hat seine Gegner

Im nächsten Schritt der Altstadtsanierung wird mit der Ledererstraße laut Planer Klaus Immich „eine der räumlich gesehen interessantesten Straßen in der Altstadt“ in Angriff genommen. Die Straße wird mit Bachlauf und Granitpflaster ausgebaut.

Das 15 cm tiefe Bächlein soll in einer 70 cm breiten Granitrinne durch die verkehrsberuhigte Ledererstraße fließen. Wegen des Höhenunterschiedes von 3,50 Metern kann das Wasser, wie Immich dem Stadtrat verdeutlichte, von der Oberen Stadt ohne Pumpe in einer Röhre zur Ledererstraße fließen, wo es in einer offenen Rinne weiterlaufen kann. Für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen sind zur Überquerung kleine Brücken vorgesehen. Zur Straße hin soll die Rinne mit Stelen gesichert werden. Für die Kinder sieht Immich „einen nassen Platz zum Plantschen“ vor, auch ein großer Baum mit Sitzplatz ist enthalten. Aus Sicherheitsgründen soll die Rinne innen mit LED-Leuchten ausgestattet werden. Jeweils rechts und links der Straße schlägt Immich eine Entwässerungsrinne vor. Geklärt ist auch die Haftungsfrage an der Rinne. „Wir sind über die Kommunalhaftpflicht abgedeckt“, teilte Bürgermeister Markus Loth (BfW) mit. Dass mit dem Ausbau der Ledererstraße knapp die Hälfte der Parkplätze wegfallen, missfällt Uta Orawetz (CSU) ebenso wie die ihrer Meinung nach zu spät angesetzte Anliegerversammlung. Einige Stadträte, wie Matthias Bayer, Heidrun Brugger (beide CSU) und Michael Lorbacher (SPD) äußerten Bedenken gegen den „künstlichen Bach“, während Klaus Gast (CSU) darin eine Aufwertung „dieses historischen Platzes“ sieht und Karl-Heinz Grehl (Grüne) auf das seit Jahren verfolgte Ziel verwies, die Autos aus der Stadt rauszubringen. BfW-Stadtrat Dr. Norbert Vidal wurden die Einwände zu bunt: „Wir haben Millionen in die Hand genommen, um die Altstadt oberbayernweit wettbewerbsfähig zu machen“, echauffierte er sich. Die Kritik von Gewerbetreibenden quittierte er mit den Worten: „Wir sollten nicht immer nur die Geschäftsleute, sondern auch die Kunden nach ihrer Meinung fragen.“ Anstatt der Stelen entlang des Baches hätte sich der Referent für städtisches Grün, Rupert Pentenrieder (BfW), ein paar Blumentröge gewünscht, dennoch stellte er fest: „Was wir hier machen können, ist nicht Pflicht sondern Kür.“ Bürgermeister Markus Loth drängte auf einen Grundsatzbeschluss, um den Zuschussantrag rechtzeitig einreichen und in den Haushaltsberatungen entsprechende Mittel für die Sanierung der Ledererstraße bereitstellen zu können. Die Stadt habe Planungshoheit und zahle die Sanierung, stellte Loth klar und betonte, dass in der Ledererstraße derzeit „mangels Platz kein vernünftiges Leben stattfinden“ könne. Die Ausbaupläne für die Ledererstraße wurden mit einer Gegenstimme verabschiedet. Die Anlieger sind für Dienstag, 24. November, um 18.30 Uhr in den großen Sitzungssaal des Rathauses zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

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