Bäuerinnen glänzen auf europäischem Parkett – Delegation aus dem Pfaffenwinkel präsentierte in Brüssel den „Milchherbst“

Das dürfte Brüssel in dieser Form noch nicht erlebt haben: Rund 30 Bäuerinnen aus dem Pfaffenwinkel reisten kürzlich in die belgische Hauptstadt, um dort Parlamentariern, Funktionären und Lobbyisten zu zeigen, wie im fernen Kreis Weilheim-Schongau Milch-Marketing betrieben wird. Der Termin kam auf Anregung der EU-Abgeordneten Dr. Angelika Niebler zustande. Die CSU-Politikerin hatte heuer die Auftaktveranstaltung des „Milchfrühlings“ besucht, den die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband gestemmt hatten.

Niebler war „schwer beeindruckt“ und schlug daraufhin vor, das Ganze in Brüssel zu präsentieren. Schauplatz war die Bayerische Vertretung, ein stattlicher Bau in direkter Nachbarschaft zum Europäischen Parlament. Die Bäuerinnen, die von einer Handvoll Mannsbilder unterstützt wurden, gingen das Vorhaben generalstabsmäßig an. In der Küche, wo 3500 Häppchen verschiedenster Art zubereitet wurden, saß jeder Handgriff. Rund 220 Gäste kamen anschließend in den Genuss dieser Köstlichkeiten, konnten aber auch Buttern wie in alten Zeiten, Wissenswertes über den Rottenbucher Milchweg erfahren, an einer Holzkuh Melken üben oder sich an der Bar einen gepflegten Milchcocktail genehmigen. Für den Abend war im Vorfeld extra ein Pollinger „Chorherrenkäse“ hergestellt worden. Basis war die Milch von Kühen aus dem Oderdinger Stall von Maria und Michael Mayr. Kreisbäuerin Silvia Schlögel, die die Fahrt organisierte, wünschte sich in ihrer Rede „mehr Mut in der Landwirtschaft. Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken.“ Nach Schlögels Einschätzung sollten Milchprodukte peppiger präsentiert werden. „Hier muss in der Werbung mehr passieren“, so ihr Appel an die Molkereien. Hinterher sprach die Peitingerin von einem „vollen Erfolg. Wir haben durchwegs positive Reaktionen bekommen.“ Niebler zeigte sich begeistert von der „positiven Image-Werbung“. Den „Milchfrühling“ bezeichnete sie als „beispielhafte Aktion“. Laut Schlögel haben inzwischen sieben Landkreise diese Idee aufgenommen. Kreisobmann Wolfgang Scholz zeigte sich hernach stolz auf das Engagement der Bäuerinnen. Der Sachsenrieder ist überzeugt: „Es tut den verwaltungspolitischen Gremien in Brüssel sehr gut, wenn sie mit dem bodenständigen Leben in Berührung kommen.“ Der Apparat in der EU-Hauptstadt habe an dem Abend viel lernen können. Dem „Brüsseler Milchherbst“, wie die Veranstaltung getauft wurde, gingen wochenlange Vorbereitungen voraus.

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