Anwohner in der Au können in Stadtteilversammlung mit Fachleuten Einwände diskutieren

Planung für Bahnhalt beginnt

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Der Bahnhalt "Weilheim Au" geht in Planung.

Weilheim – Wie stehen die Anwohner zum geplanten Bahnhalt „Weilheim-Au“ an der Strecke Weilheim-Schongau? Ihre Meinungen sollen in einer Informationsveranstaltung gehört werden, zu der auch Fachleute der Bahn geladen werden. Alfred Honisch (Grüne) hatte im Stadtrat erneut Kritik angebracht, dass bisher nur die Unternehmer im Trifthof befragt wurden. „Es gibt Ängste von Anliegern“, räumte Bürgermeister Markus Loth ein.

Bis Bahn, Stadt und Fahrgastverband „Pro Bahn“ gemeinsam eine Lösung erarbeitet hatten, war es ein langer Weg. Der neue Vorschlag sieht einen Halt südlich des Bahnübergangs zwischen den Gleisanlagen von Werdenfels- und Pfaffenwinkelbahn mit einer Fußgängerunterführung am Hauptgleis (Strecke München-GAP) nach Osten vor. Die Vorteile: Gefährliche Überschreitungen des Bahnüberganges „Geistbühelstraße“ könnten mit dieser Lösung verhindert und eine fußläufige Verbindung in den Trifthof und zur Innenstadt geschaffen werden.

Bei einem „Spitzengespräch“ Anfang Oktober im Rathaus, berichtete Bürgermeister Loth, hatten die Vertreter von DB und Bayerischer Eisenbahngesellschaft signalisiert, den Bahnhalt bauen zu wollen, sofern die Stadt zustimmt und die Kosten für die Unterführung, circa 1,1 Mio. Euro, und die Infrastruktur (Parkplätze, Fahrradständer, Bushaltestelle) übernimmt.

Um in die konkreten Planungen einsteigen zu können, „braucht es einen Grundsatzbeschluss“, erinnerte Loth an die Terminbindung des Projektes, dem die Stadträte anschließend mehrheitlich zustimmten. Für 2018 und 2019 werden in den städtischen Haushalt Planungskosten eingestellt und von der Bauverwaltung die Fördermittel beantragt. Mindestens 50 Prozent der für die Unterführung anfallenden Kosten können wohl über Zuschüsse gedeckt werden. „Es gibt verschiedene Fördertöpfe“, gab sich Loth zuversichtlich.

Ob der im Zuge der bayernweiten Stationsoffensive geplante Bahnhalt, wie gefordert, bis Ende 2022 realisiert werden kann, ist völlig offen. Sollte für die Unterführung entgegen der derzeitigen Einschätzung des Wasserwirtschaftsamtes eine Grundwasserwanne erforderlich sein, würden sich die Kosten für die Stadt um ein Zwei- bis Dreifaches erhöhen. Ob die Stadt die Mehrkosten übernehmen würde, müsste erneut überprüft werden.

Eine von den Stadträten begrüßte zweite Unterführung nach Westen, die laut Bahn technisch machbar und für die Bewohner in der Au von Vorteil wäre, würde die Stadt weitere 1,1 Mio. Euro kosten. Ob es dafür Zuschüsse gibt, sei fraglich.

„Gut Ding braucht Weile. Wir nehmen wahnsinniges Gefährdungspotenzial weg“, befürwortete Marion Lunz-Schmieder (CSU) den Bahnhalt ebenso wie Verkehrsreferent Dr. Claus Reindl (BfW). Er bedauerte, dass sich der Standort „an der nicht so stark frequentierten Pfaffenwinkelbahn“ befindet. Gegen das Vorhaben spricht laut Honisch, selbst Anlieger in der Au, dass eine geringe Nutzung zu erwarten sei. Er nannte Zahlen, nach denen statistisch nur 3,7 Fahrgäste pro Halt zu- oder aussteigen würden, bei 47 Zugstopps täglich. Außerdem führte er die „extrem ungute Verkehrssituation“ in diesem Bereich ins Feld.

Vor einer „Kostenexplosion“ – wenn eine Grundwasserwanne nötig wird – warnte Walter Weber (FW): „3,3 Mio. Euro können wir uns nicht leisten. Dafür kriegen wir eine halbe Dreifachturnhalle.“ Wolfgang Mini (Parteilos) sieht in dem Projekt „kein Potenzial“, ein Bahnhalt in Polling und eine Lösung für die unbeschrankten Bahnübergänge würden mehr Entlastung bringen. Susann Enders‘ (FW) fand für ihren Antrag, das Thema zurückzustellen, „bis alle Fragen geklärt sind“, keine Mehrheit.

Von Maria Hofstetter 

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