Bahnhof zur Chefsache machen – Empfang 1: CSU positioniert sich und beklagt Arroganz im Stadtrat

„Von einem barrierefreien Bahnhof, wie ihn Murnau hat, kann Weilheim nur träumen“, ärgerte sich der CSU-Ortschef Karl-Josef Fischer (li.). Foto: Hofstetter

Als Ideenaustausch wollte Weilheims CSU ihren Neujahrsempfang verstanden wissen. Ortschef Karl-Josef Fischer und Fraktionsvorsitzender Klaus Gast rech- neten im Pfarrheim „Miteinander“ aber auch hart mit ihren politischen Gegnern ab. Da mag beim anschließenden Imbiss manchem Gast das Häppchen im Hals stecken geblieben sein.

Fischer berichtete von dem Runden Tisch der CSU mit sozial tätigen Vereinen, der sich vorrangig mit dem „Netzwerk Sprache“ beschäftigt. Das Einbinden der Bürger in sensible Themen der Stadtpolitik, wie Kirchplatzsperrung und Erweiterung der Fußgängerzone, wertete er auch als Beweis dafür, dass Weilheims CSU „am Ball bleibt“. Richtig still wurde es im Saal, als der Ortschef auf die Neubesetzung der Museumsleitung zum 1. Oktober 2010 einging: Dem Auswahlverfahren sei eine „objektive und sachorientierte Entscheidung“ gefolgt. Unter dem Applaus der Gäste begrüßte Fischer den zum Empfang erschienen Dr. Joachim Heberlein, der mit seiner Bewerbung für dieses Amt unterlegen war. In der leidigen Diskussion um die untragbaren Zustände am Bahnhof – „ein Schandfleck für unsere Stadt“ – unterstellte Fischer dem Bürgermeister mangelnden Einsatz und zu wenig Hartnäckigkeit. Anstatt beim jüngsten Besuch des bayerischen Wirtschaftsministers in Weilheim selbst vorstellig zu werden, habe Markus Loth Agendavertreter mit einer Resolution vorangeschickt. Als positives Beispiel führte Fischer den Markt Murnau an, wo Bürgermeister Dr. Michael Rapp (CSU) den Bahnhof „zur Chefsache erklärt“ habe. Der Fraktionsvorsitzende Klaus Gast warf BfW und SPD im Stadtrat Arroganz vor, weil sie Argumente der CSU „wie auf einer Betonwand abprallen“ ließen. „Untragbar“ sei, dass die Anwohner der Innenstadt zwischen 18 und 20 Uhr nicht mehr gebührenfrei parken dürfen. Weitere Großmärkte am Stadtrat lehnt die CSU ab. Ihr Fraktionschef beklagte, dass der Streit um neue Gewerbeflächen die Fertigstellung des Flächennutzungsplanes „wie ein Bremsklotz“ behindere. Vizelandrätin Andrea Jochner-Weiß und Garmisch-Partenkirchens Landrat und Bezirksrat Harald Kühn hatten ihre Grußworte gesprochen, als MdB Alexander Dobrindt verspätet aus Berlin eintraf. Unserer Zeitung berichtete der CSU-Generalsekretär, alle Bahnverantwortlichen schriftlich zu einem Runden Tisch nach Weilheim eingeladen zu haben, um sie mit der konkreten Situation vor Ort zu konfrontieren. Die Antworten stünden noch aus.

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