Baustart für die »Sonnenwiese«

Bauauftrag für PV-Freiflächenanlage in Peißenberg erteilt

Arbeiten für PV-Anlage in Peißenberg
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Am Dornbichlweg im Norden Peißenbergs entsteht derzeit auf einer Anhöhe oberhalb der Bahnlinie die „Sonnenwiese“.

Peißenberg – Seit knapp zwei Wochen laufen nun schon die Bauarbeiten an der „Sonnenwiese Dornbichl“. Die von der Energiegenossenschaft Peißenberg in Kooperation mit den Gemeindewerken initiierte Freiflächenphotovoltaikanlage soll bereits im März 2021 in Betrieb gehen.

„Aufgrund der erfreulichen Entwicklung in allen Bereichen“, wie es in einem Infobrief an die Mitglieder heißt, hat die Energiegenossenschaft dem Münchener Technologieunternehmen „Vispiron“ den Bauauftrag für die PV-Anlage erteilen können. Mit „erfreuliche Entwicklung“ ist neben dem reibungslosen Genehmigungsverfahren unter anderem auch die Projekt-Finanzierung gemeint.

Ursprünglich war mit einer Summe von 300 000 Euro Eigenkapital kalkuliert worden. Doch von den Genossenschaftsmitgliedern flossen am Ende 509 500 Euro an privaten Darlehen. Damit können rund 40 Prozent der gesamten Investitionssumme abgedeckt werden. „Wir wissen, dass das Vorhaben ohne die tatkräftige Unterstützung einer Vielzahl von Menschen nicht hätte umgesetzt werden können“, heißt es im Infobrief. Laut Alexander Rossner, dem Aufsichtsratsvorsitzenden, mussten sogar mögliche Geldgeber abgewiesen werden. 800 000 Euro hat man zusätzlich zu den Privatkrediten als langfristiges KfW-Darlehen zum Zinssatz von 1,34 Prozent aufgenommen. Die Genossenschaftsgelder werden mit 2,1 Prozent vergütet. Das führt laut Rossner zu dem „eigentlich absurden Ergebnis“, dass für die Genossenschaft das Eigenkapital teurer ist als das Fremdkapital. Aber die Bürgerbeteiligung ist den Initiatoren wichtig. Sie schafft Akzeptanz für das Projekt – wie die Dialogbereitschaft mit Anliegern der „Alten Bahn“ hinsichtlich des Standorts für die aufgeständerten PV-Module. Ursprünglich wurden zwei Grundstücke weiter westlich entlang des Dornbichlwegs ins Auge gefasst.

Gut gelaufen für die Energiegenossenschaft ist auch die Ausschreibung bei der Bundesnetzagentur. Sie wurde notwendig, weil sich die PV-Anlage in zwei Teile gliedert. Der kleinere Abschnitt mit einer Leistung von 748 kWp wird entlang der Bahnlinie Richtung Weilheim und damit an einem privilegierten Standort liegen. Das heißt, der erzeugte Solarstrom darf zu einer fest vereinbarten Vergütung ins Stromnetz eingespeist werden.

Für den größeren Teil (1601 kWp) der Anlage gilt das nicht. Der dort erzeugte Strom muss vom Anlagenbetreiber vermarktet werden, was ein wirtschaftliches Risiko in sich birgt. Bei der Ausschreibung hat man laut Rossner von Seiten der Energiegenossenschaft fünf Cent pro kWh aufgerufen – und zugesprochen bekommen. Für die Energiegenossenschaft bedeutet das langfristige Planungssicherheit. Für den erzeugten Solarstrom garantiert die Bundesnetzagentur 20 Jahre die vereinbarte Mindestvergütung von fünf Cent pro kWh.

Von Bernhard Jepsen

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