Bauen oder mieten? – Stadt prüft Konzepte für mehr Plätze in der Kinderbetreuung

Eine gute Nachricht für Familien: Allen Kindergartenkindern, die bis April für das kommende Betreuungsjahr angemeldet wurden, kann voraussichtlich ein Platz angeboten werden. Dennoch kein Grund, sich zurückzulehnen, denn es besteht weiterer Bedarf. Wie die Zukunft in Sachen Kinderbetreuung in der Stadt aussehen soll, darüber wurde in der letzten Stadtratssitzung diskutiert.

Die Kindergärten stehen am Rand ihrer Aufnahmefähigkeit, und auch die Nachfrage nach Krippenplätzen ist so hoch, dass sie nicht vollständig befriedigt werden kann. Die Wartelisten sind gut gefüllt. Wie Ralf Fabian von der Stadtverwaltung aufzeigte, gab es im letzten Jahr in Weilheim zehn Geburten mehr als im Vorjahr. „Man könnte locker eine weitere Krippe voll besetzen“, gab Bürgermeister Markus Loth zu bedenken. Das gute Betreuungsangebot in der Stadt locke darüber hinaus auch immer mehr Familien von außerhalb an, woraus wiederum ein erhöhter Bedarf resultiere, führte Fabian weiter aus. Momentan fehlen etwa 20 Krippenplätze, sieben Kindergartenkinder haben keinen Platz, 18 stehen auf der Warteliste. Auch im Bereich Hort sind 29 Weilheimer Schüler noch nicht versorgt. Fabian empfahl, bei der Ausweisung neuer Baugebiete auch neue Kindertagesstätten mit einzuplanen. Bis zum 31. Dezember 2013 gibt es durch das Krippenförderungsprogramm die Möglichkeit einer Bezuschussung von bis zu 90 Prozent bei einem Krippenneubau. Bis zum Stichtag müsste eine neue Einrichtung allerdings komplett „am Netz“ sein, wie es Bürgermeister Loth ausdrückte. Daher sei auch die Überlegung, geeignete Räume zu mieten, eine durchaus denkbare Option, denn auch ein Anbau an bestehende Häuser sei schwierig. „Es ist alles ausgereizt und kaum noch Platz vorhanden“, so Loth. Jochen Knittel (BfW) merkte an, dass selbst bei einem Mietobjekt die laufenden Kosten zu beachten seien und dass das Betreuungsangebot in Weilheim ohnehin schon gut und die Zukunft unklar sei. „Noch gibt es zu viele Unsicherheiten“, fasste Knittel zusammen. „Der Weg ist richtig, trotzdem sollte man keine vorschnellen Entscheidungen treffen“, so sein Fazit. Auch Klaus Gast (CSU) rät, „nicht vorauseilenden Gehorsam“ zu leisten. Grundsätzlich sehen er und seine Parteikollegen den Bedarf. Dennoch plädiert er dafür, „mit offenen Augen zu warten“, da die tatsächliche Situation für das nächste Betreuungsjahr noch nicht gänzlich eingeschätzt werden kann. Alfred Honisch (Grüne) ist sich sicher, „Druck wird sich aufbauen“. Daher solle angedacht werden, ob ein Bau möglich ist. Hierfür hielte er es aber ebenfalls für sinnvoll, Zahlen darüber zu erfahren, wie viele Eltern das kommende Betreuungsgeld in Anspruch nehmen werden. Derartige Zahlen können momentan jedoch nicht geliefert werden. „Alles reine Spekulation“, räumte Fabian ein. Schließlich wurde einstimmig beschlossen, dass die verschiedenen Möglichkeiten nochmals geprüft werden und dabei sowohl die Option eines Neu- oder Anbaus als auch die des Mietobjekts erneut durchdacht werden. Erst wenn im Sommer genauere Zahlen bekannt sind, kann weiter geplant werden. Zu gegebenem Zeitpunkt wird der Stadtrat dann über künftige Maßnahmen entscheiden.

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