Schutzraum für junge Mütter

Baufortschritt Marita Beissel Haus der Johanniter

Bausstellenbesichtigung Marita Beissel Haus
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Bei der Baustellenbesichtigung (v.li.): Margit März (JUH-Regionalvorstand Oberbayern), Schirmherrin Ilse Aigner und Projektleiterin Petra Ott.
  • Stephanie Novy
    VonStephanie Novy
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Wielenbach – Seit Herbst 2019 wird auf Gut Raucherberg fleißig gewerkelt. Wie berichtet, soll dort eine Mutter-Kind-Einrichtung entstehen – das Marita Beissel Haus der Johanniter. Kürzlich gab es eine Besichtigung der Baustelle.

Projektleiterin Petra Ott, die auch die Leitung der Einrichtung übernehmen wird, zeigte einen Teil der Räumlichkeiten den anwesenden Gästen. Unter ihnen auch die Schirmherrin und Präsidentin des Bayerischen Landtags Ilse Aigner. Der Bau besteht aus zwei Gebäuden. Noch braucht es dabei viel Phantasie, um die Räume gedanklich mit Leben zu füllen. Doch schon jetzt lässt sich erahnen: Es werden freundliche Räumlichkeiten. Große Fenster und ein Lichthof lassen genügend Wärme und Helligkeit hinein. „Das Herzstück“, wie Ott es nennt, wird der gemeinsame Wohn- und Essbereich. Daran gliedert sich eine geräumige Küche mit einer Kochinsel an. Die jungen Mütter, die in der Einrichtung ein neues Zuhause finden, sollen hier lernen gesund und kostengünstig zu kochen.

Die Schlafbereiche befinden sich im ersten Stock des Gebäudes. Daneben wird es unter anderem noch einen Spielraum, eine Teeküche und einen „Raum der Stille“ als Rückzugsort geben. Zusätzlich wird eine professionelle Kinderbetreuung einen Platz in den neuen Räumlichkeiten finden. Genauso wie mehrere Verselbständigungsappartements. Aufgenommen werden Schwangere und minderjährige beziehungsweise junge volljährige Mütter, die aus unterschiedlichen Gründen Unterstützung brauchen. „Die Mütter stehen im Mittelpunkt“, machte Ott deutlich. Ihnen soll geholfen werden „auf eigenen Beinen zu stehen“ und ihren Alltag als Elternteil zu bewältigen.

Das Marita Beissel Haus ist damit etwas Besonderes. Früher, so erzählte es Ott, seien Kinder oftmals in Pflegefamilien gekommen. Dann sei es oft hin und her zwischen der Mutter und den Pflegeeltern gegangen. „Das war sehr belastend und mit vielen Abbrüchen verbunden.“

Auch Schirmherrin Aigner sieht in dem Haus der Johanniter etwas Außerordentliches. Sie mutmaßte: „Dieses „Projekt dürfte einzigartig in Bayern sein.“ Es sei zudem „inhaltlich bestechend“. Deshalb habe sie gar nicht erst lange zur Übernahme der Schirmherrschaft überredet werden müssen.

Aigner erklärte, das Marita Beissel Haus gebe den jungen Müttern einen „Schutzraum“ und die Möglichkeit, „sich um die eigene Entwicklung zu kümmern“. Schule, Ausbildung – auch das soll den Müttern ermöglicht werden. Die Schirmherrin betonte zudem: „Ohne zivilgesellschaftliches Engagement wäre vieles nicht möglich.“ Damit bezog sie sich auf Marita und Hubertus, Gräfin und Graf Beissel von Gymnich. Sie legten schon vor längerer Zeit fest, dass auf Gut Raucherberg ein Hilfsangebot für bedürftige Kinder und ihre Mütter geschaffen werden solle. Zu diesem Zweck wurde die Gräflich Beissel‘sche Stiftung ins Leben gerufen.

Die Gräfin, Namensgeberin für das Haus, ist mittlerweile verstorben. Ihr Ehemann Hubertus Beissel ließ sich bei der Baustellenbesichtigung ebenfalls die Räume zeigen. Doch er hielt sich im Hintergrund und zeigte dabei mit einem zufrieden aussehenden Gesicht seine Wertschätzung für das Projekt.

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