Marktrat beschließt Abholzung auf rund 7 000 Quadratmetern als Startschuss für Neugestaltungspläne

"Teil-Rodung" auf Alten Bergehalde

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Peißenberg – In der Marktgemeinde werden Bäume fallen – und zwar auf einer Teilfläche der Alten Bergehalde. Mit der Maßnahme soll die Neugestaltung des in der Bergwerkszeit künstlich aufgeschütteten Areals als Freizeitgelände eingeläutet werden.

Abgesegnet wurde die Fällaktion in der jüngsten Gemeinderatssitzung – mit knapper Mehrheit von 12:10-Stimmen. Konkret geht es um die sogenannte mittlere Ebene auf der Alten Bergehalde zwischen Bücherei und Rennstrecke der „Alpen Offroader“. Dort soll ein Bewegungsparcours für Senioren und eine Bouleanlage errichtet werden. Um Platz zu schaffen, müssen Bäume gerodet werden – und zwar auf einer Fläche von 2 300 Quadratmetern.

Auch an den Böschungen zur Bücherei und zur Schongauer Straße muss abgeholzt werden, weil, wie es in der Ratssitzung hieß, der verbleibende Großbaumbestand ansonsten ungeschützt im Wind stehen würde. Rein fachlich handelt es sich bei der 4 600 Quadratmeter großen „Restfläche“ um eine „Hiebsfläche“, das heißt, dort soll der Wald im Gegensatz zur „Rodungsfläche“ wieder aufgeforstet werden. Wie in der Ratssitzung von Seiten der Verwaltung ausgeführt wurde, wäre an den Böschungen in den nächsten Jahren ohnehin ein Waldumbau angestanden, weil die Fichten aufgrund ihres Alters „hiebsreif“ sind und als Ersatz ein Mischwald entstehen soll.

Im Marktrat wurde die Fällaktion kontrovers diskutiert. „Es ist ein Zeichen an die Bevölkerung, dass die Neugestaltung der Alten Bergehalde jetzt los geht“, erklärte Bürgermeisterin Manuela Vanni (Peißenberger Liste). Ähnlich argumentierte Uli Mach (ebenfalls Peißenberger Liste): „Schon seit Mai 2018 wird über das Thema gesprochen. Irgendwann muss man auch den ersten Schritt machen.“ Man dürfe in Peißenberg „nicht immer alles kaputtreden“.

Walter Wurzinger (Freie Wähler) sprach hingegen von einer „Luftnummer“. Es sei bis dato noch nicht mal klar, an welcher Stelle die Nutzungswünsche räumlich untergebracht werden. Dafür müsse erst der Bebauungsplan vorgelegt werden. In dieselbe Kerbe schlug Parteikollege Jürgen Forstner: „Wir machen mit der Rodung den zweiten vor dem ersten Schritt.“ Kritik an der vorzeitigen Abholzung gab es auch von Matthias Reichhart („Wir wissen doch noch gar nicht, wie das dort oben genau ausschauen soll“) und Georg Karl (SPD), der zu bedenken gab, dass eventuell auch geschützte Eiben betroffen sein könnten.

Die Rodungs- und Hiebsmaßnahmen sollen noch im Februar über die Bühne gehen. Für die Rodungsfläche soll laut Auflage der Unteren Naturschutzbehörde als Ersatz an anderer Stelle wieder aufgeforstet werden, unter anderem auf einer Fläche am Kohlenweiher auf der Neuen Bergehalde.

Von Bernhard Jepsen

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