Agenda 21 und Bund Naturschutz beantragen Maßnahmen zum besseren Schutz im Stadtgebiet

Dauerbrenner Bäume

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Das Thema Bäume sorgt des Öfteren für Gesprächsstoff.

Weilheim – Das Thema Bäume sorgt in Weilheim immer wieder für Aufregung und Diskussionsstoff.

So auch in der letzten Sitzung des Stadtrates: der Arbeitskreis „Natur in und um Weilheim“ der Agenda 21 sowie der Bund Naturschutz, Ortsgruppe Weilheim beantragten bereits mit ihrem Schreiben vom 18. Mai 2016 eine Reihe von Maßnahmen zum besseren Schutz von Bäumen im Stadtgebiet. Damals wurde der Antrag im Bauausschuss behandelt und letztlich zurückgestellt, um ihn in rechtlicher Hinsicht zu prüfen. Im Oktober 2016 fand ein Gespräch mit den Antragsstellern bezüglich des Antrags und der Stellungnahme der Bauverwaltung statt. Die Verwaltung machte dabei klar, dass auf privaten Grundstücken derzeit keine Aufnahme von Bäumen erfolgen kann, abgesehen von der Festsetzung in einem Bebauungsplan. Im Zuge der Bürgerversammlung im März 2016 wurde zudem durch das Bürgergremium der Erlass einer Baumschutzverordnung mit einer klaren Mehrheit abgelehnt. Vertreter der Agenda 21 und des Bund Naturschutzes baten letztlich darum, die Angelegenheit ruhen zu lassen, um den Antrag neu formulieren zu können.

Dieser Antrag ging beim Stadtbauamt im Januar 2017 ein. Nachdem dieser zuerst im Bauausschuss behandelt wurde, beschäftigten sich nun die Mitglieder des Stadtrates damit und fanden deutliche Worte. „Weilheim ist eine grüne Stadt“, so der erste Bürgermeister Markus Loth (BfW) zu Beginn. Zu den einzelnen Punkten des Antrages nahm Manfred Stork vom Stadtbauamt Stellung. Gefordert wurde mitunter, ein verbindliches Kataster mit stadtbildprägenden Bäumen anzulegen. Was die Bäume der Stadt anginge, gäbe es ein solches Kataster schon längst, so Stork. Des Weiteren würde für jede Fällung mindestens ein Baum nachgepflanzt und durch eine Vielzahl von Bebauungsplänen Bäume auf privaten Grundstücken geschützt werden. Ein weiterer Punkt des Antrags, private Baumbesitzer bei der Kontrolle, Pflege und dem Unterhalt ausgewiesener, stadtbildprägender Bäume finanziell zu unterstützen, würde für die Stadt einen „immensen“ Kosten- und Verwaltungsaufwand bedeuten. Stork schlug auch vor, eine Art Leitfaden niederzuschreiben und diesen ins Internet zu stellen, damit Kritiker sehen können, was bereits alles in puncto Baumschutz unternommen wird.

Rupert Pentenrieder, Referent für Städtisches Grün, Landwirtschaft und Forsten (BfW) gab an, dass sich jeder Privatmann bei ihm und den Stadtwerken zu dieser Thematik erkundigen könne und „das tun sie auch“. Für eine Baumschutzverordnung sprach sich Dr. Eckart Stüber aus, da sie „auf keinen Fall“ eine Bevormundung sei. Als Beispiel nannte er die Tierschutzverordnung, gegen die sich am Anfang auch viele gewehrt hätten. Loth widersprach dem klar, da sich in der Bürgerversammlung ein deutliches Ergebnis gezeigt hätte. Letztlich stimmte der Stadtrat mehrheitlich gegen die Maßnahmen. Anders sahen das Stüber und drei weitere Stadträte.

Von Sofia Wiethaler

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