Kreisverband des Bayernbundes verleiht Ehrenring an Heimo Liebl

Nach Weilheimer Art

+
Der Kreisvorsitzende des Bayernbundes Ludwig Bertl (Mitte) und sein Stellvertreter Luitpold Braun (re.) überreichten Heimo Liebl den Ehrenring und eine Uhrkunde.

Weilheim – Der Ehrenring ist die höchste Auszeichnung, die der Kreisverband Weilheim-Schongau-Garmisch-Partenkirchen des Bayernbundes vergeben kann.

Zum achten Mal hat sich die Kreisvorstandschaft in diesem Jahr auf die Suche nach einem würdigen Träger gemacht und wurde fündig: Am Freitag bekam Heimo Liebl im Haus der Evangelischen Kirche die Auszeichnung verliehen. Der 1. Dezember war für die Vergabe nicht zufällig gewählt: Es ist der Tag, an dem das bayerische Volk 1946 die neue Verfassung angenommen hat. Sie basiert bis heute auf den Menschenrechten. „Wie in der christlichen Botschaft wird hier den Menschen Gleichwertigkeit, Würde und Gewissensfreiheit bestätigt“, erklärte Laudator Klaus Gast. Und genau diesen Werten, so der Kreisheimatpfleger, habe Liebl sein ganzes Leben gewidmet.

„Wir sind stolz solche Preisträger zu haben“, freute sich der Kreisvorsitzende Ludwig Bertl mit Blick auf den Ausgezeichneten und fast alle der bisherigen Geehrten, die zur Feierstunde gekommen waren. Zwei Bedingungen, erklärte Bertls Stellvertreter Luitpold Braun, würden sie alle erfüllen: Sie wohnen in einem der beiden Landkreise des Kreisverbandes und hätten auch weit außerhalb dieser Region in ganz unterschiedlichen Bereichen Bedeutsames geleistet. Mit Liebl wurde in diesem Jahr ein Vertreter der Evangelischen Kirche für den Ehrenring auserkoren.

1937 wurde er in Ingolstadt geboren, wuchs in Weilheim auf und legte dort 1956 sein Abitur ab. Schon als Jugendlicher fand er Halt in der Evangelischen Kirche und war von Anfang an dort sehr engagiert. Auch für den diakonischen Dienst setze er sich früh ein und sammelte Geld für Bedürftige. In Neundettelsau studierte Liebl Theologie, später in Heidelberg, Tübingen und Erlangen. 1965 wurde er zum evangelischen Pfarrer ernannt und leitete ab 1971 die Stadtmission Nürnberg, setzte sich dort vor allem in der Blindenseelsorge ein. Weitere Ämter folgten unter anderem als Pfarrer am Hasenbergl, Prodekan von München-Nord und Dekan von München. Zunächst ehrenamtlich, ab 1993 schließlich hauptamtlich, wurde Liebl zum Präsidenten des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Bayern berufen.

Ab 1995 war Liebl Mitglied im bayerischen Senat – bis dieser aufgelöst wurde. „Rahmensprengend wäre es, alle Ihre Ämter und Titel, die Sie im Laufe Ihrer langen beruflichen Tätigkeit innehatten, aufzuzählen“, beschränkte sich Gast in der Laudatio auf einen bereits beachtlichen Ausschnitt und betonte den Mut des Würdenträgers: „Sie scheuten sich nie, Ihre Meinung deutlich und klar zu artikulieren und für Ihre Werte und die Belange der Diakonie einzutreten.“

Nach der Verleihung des Ehrenrings richtete sich der neue Besitzer selbst an die illustere Runde im Saal und dankte für die „Heiligsprechung nach Weilheimer Art“. Zwar sei er seit 2001 in Rente, aber dennoch nie in ein trauriges Loch gefallen. „Es ist ein tolles Leben geworden im Ruhestand“. Innerhalb von zwei Jahren machte er als Schiffspfarrer 13 Kreuzfahrten und auch als Aushilfspfarrer predigt er noch immer gerne. Immer an seiner Seite: Ehefrau Inge. „Ein evangelischer Pfarrer ist ohne seine Frau nur die Hälfte Wert“, dankte der Preisträger auch seiner Gemahlin. Besonders würden ihn heute Überraschungen freuen, vor allem bei Begegnungen mit anderen. „Die Türen immer aufzuhalten für Menschen“, sei eines seiner Credos. Die Kirche sehe er dabei nicht als „Kuschelveranstaltung für fromme Seelen“, sondern als Anlaufstelle für jeden. Wichtig sei es ihm, nicht sitzen zu bleiben, sondern hinauszugehen und offen auf andere zuzugehen. Der Unterhausener hofft noch viele weitere Jahre weitermachen zu können, ganz nach seinem Lebensmotto: „Da sein mit Leib und Seele für andere Menschen.“

Von Ursula Gallmetzer 

Auch interessant

Meistgelesen

Peißenberger schwer verletzt
Peißenberger schwer verletzt
Ein Vorbild für die Gesellschaft
Ein Vorbild für die Gesellschaft
Große Weihnachtsfreude
Große Weihnachtsfreude
Wieder im gelobten Land
Wieder im gelobten Land

Kommentare