Bauvorhaben wird leicht abgespeckt

Bebauungsplan Krumpperplatz: Stadtrat reagiert auf Proteste und legt Änderungen fest

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Über den Bebauungsplan im Bereich Krumpperplatz wurde schon lange gestritten. 

Weilheim – Die Nachverdichtungspläne im Bereich des Krumpperplatzes bergen jede Menge Zündstoff, wie sich in den vergangenen Wochen an den aufgebrachten Reaktionen aus der Nachbarschaft gezeigt hat.

Der Stadtrat hat nun im Bebauungsplanverfahren „Obere Stadt III b“ für das gesamte, zirka 6 000 qm große Areal mit seinen drei Grundstücken folgende Änderungen beschlossen: Die maximale Grundflächenzahl (GRZ) wird von 0,4 auf 0,44 erhöht (geplant waren ursprünglich 0,48) und die Geschossflächenzahl (GFZ) auf 0,85 begrenzt.

Festgelegt hat der neu gewählte Stadtrat in seiner Sitzung am 28. Mai auch, dass bei der Berechnung der beiden Kennzahlen GRZ und GFZ für eine mögliche Bebauung die Grün- und Verkehrsflächen nicht einbezogen werden dürfen. Der Investor muss für den südwestlichen Bereich eine Erschließungsstraße bauen.

Bei den vier geplanten dreistöckigen Wohnblöcken auf der gerodeten Fläche südlich des Krumpperplatzes müssen 30 Prozent der Fassadenflächen begrünt werden. Eine im ursprünglichen Bebauungsplan als schützenswert aufgeführte Linde soll durch Umplanungen erhalten bleiben. Wie Manfred Stork, Leiter der städtischen Bauverwaltung, auf Nachfrage erklärte, wird im neuen Bebauungsplan der Erhalt von vier weiteren Bäumen festgeschrieben.

Die geplante Bebauung der Grundstücke war seit Herbst 2018 vom Bauausschuss mehrfach befürwortend beschlossen worden. Die festgelegte GFZ von 0,85 wurde nicht in den Bebauungsplan aufgenommen, sie ist Bestandteil eines städtebaulichen Vertrages zwischen Stadt und Grundstückeigentümern. Eine nachträgliche einseitige Änderung dieses Vertrages ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich, wie den Sitzungsunterlagen zu entnehmen ist.

Auf dem gesamten Areal können insgesamt acht Wohngebäude errichtet werden. Für den westlichen Teil, der sich im Privateigentum befindet, sind noch keine Bauabsichten bekannt. Auf der Osthälfte will ein Regensburger Investor vier dreistöckige Mehrfamilienhäuser mit insgesamt zirka 30 Wohnungen errichten. Die Pläne werden seit Monaten heftig diskutiert. Gegen umfangreiche Rodungsarbeiten in dem Garten südlich des Krumpperplatzes im Februar und das Ausmaß der Bebauung hatten vor allem Bürger aus der Nachbarschaft scharf protestiert. Auch von Trägern öffentlicher Belange waren bei der Stadt zahlreiche Einwände gegen die Pläne eingegangen. In den Bauausschusssitzungen wurden unter anderem die bauliche Dichte und das Fehlen eines Baumschutzes moniert.

Bauausschuss und Stadtrat haben aufgrund der zahlreichen Einwände und Proteste entschieden, die GRZ auf 0,44 zu reduzieren. Die korrigierte Planfassung wurde von dem neu zusammengesetzten Stadtratsgremium nach dem Abwägen aller Einwände einstimmig beschlossen.

Der Investor muss nun im Ostteil die Wohnfläche um 450 qm reduzieren. Bürgermeister Markus Loth (BfW) geht davon aus, dass der Beschluss zu der „Befriedung des Verfahrens“ beitragen wird. Horst Martin (SPD) äußerte Zuversicht, dass damit „die Kuh vom Eis geholt“ werden konnte und sein CSU-Kollege Klaus Gast hofft, dass ein Präzedenzfall für den künftigen Umgang mit Verdichtungsplänen geschaffen wurde, „an dem wir uns messen können“.

Das Herz habe ihm geblutet, „wie mit dem schönen Baumbestand umgegangen wurde“, beklagte Grünen-Stadtrat Manuel Neulinger. Um bestehende Bäume bei Baumaßnahmen vor Schädigungen zu schützen sprach sich Romana Asam (FW) für das Festsetzen einer entsprechenden Richtlinie aus. Bauverwaltungs-Leiter Stork entgegnete, dass jedem Bebauungsplan ohnehin ein Informationsblatt beigelegt wird, das auf die DIN 18920 hinweist.

Von Maria Hofstetter

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