Bedarf an Krippenplätzen ist gedeckt

Auch im Kindergarten Mariä Himmelfahrt in Schongau finden schon die ganz Kleinen von früh bis spät eine fachgerechte Betreuung. Foto: kb

Die Bundesregierung will bis 2013 ein ehrgeiziges Ziel erreichen: Für jedes Kind soll ein Platz in der Krippe oder Tagespflege zur Verfügung stehen. Wie es um die Kinderbetreuung und -tagespflege im Landkreis Weilheim-Schongau steht, erläu-terte Familienbüroleiter Johannes Lehnert auf Antrag von CSU-Kreisrätin Uta Orawetz in der jüngsten Jugendhilfeausschusssitzung.

Ab August 2013 hat laut Gesetzgeber jedes Kind ab dem ersten Lebensjahr Anspruch auf einen Platz in einer Tageseinrichtung oder in der Kindertagespflege. Bis dahin müssen in ganz Deutschland ausreichend Plätze geschaffen werden, um den Bedarf zu decken. Im Landkreis ist es um die Einrichtungen zur Zeit recht gut bestellt: Es gibt 28 Krippen, 13 befinden sich gerade in konkreter Planung. Bis 2013 wird die Bedarfsdeckungsquote also knapp 30 Prozent betragen. Das heißt, dass alle Kinder im Landkreis, die einen Krippenplatz benötigen, auch einen bekommen werden. Gegenwärtig gäbe es keine Wartelisten und auch die Prognosen für die Zukunft seien vielversprechend, erläuterte Lehnert. Um insgesamt mehr Qualität in der Kinderbetreuung zu erreichen, unterstützt der Landkreis sowohl das Tagespflegepersonal als auch die Erzieher in den Einrichtungen durch Fortbildungen. Rund 150 Kinder aus dem Landkreis sind in diesem Jahr bei Tagesmüttern untergebracht, davon werden ungefähr 60 Kinder vom Landratsamt gefördert, berichtete der Chef des Familienbüros. Im Vergleich mit den Krippen rücke die Tagespflege allerdings in den Hintergrund. „Die Eltern wollen ihre Kinder in Institutionen betreuen lassen.“ Allerdings könnten die Krippen keine Betreuungszeiten ab 6 Uhr morgens oder bis 21 Uhr abends anbieten. Für Eltern, die aufgrund der Arbeit die Not- und Randzeiten nutzen müssen, sei die Unterbringung bei einer Tagesmutter deshalb derzeit die einzige Lösung. Man arbeite aber daran, bei den Arbeitgebern ein Umdenken hinsichtlich familienfreundlicherer Arbeitszeiten zu erreichen, so Lehnert. Der Landkreis fördert im Moment finanziell bedürftige Kinder, die sich in Tagespflege oder in einer Kinder-tageseinrichtung befinden. Zudem hilft das Landratsamt bei der Vermittlung von qualifizierten Tagesmüttern. Laut Bayerischem Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) ist vom Staat für die Vermittlung eine zusätzliche Förderung vorgesehen. Da diese Gelder jedoch allein den Verwaltungsaufwand des Landkreises decken würden, habe man die Mittel bislang noch nicht in Anspruch genommen, erklärte Lehnert. Bei Kreisrätin Brigitte Ressle (BfL) kam außerdem die Frage auf, wie es um die integrativen Betreuungsplätze stehe. Lehnert sei sich bewusst, dass das „ein heißes Problem ist“. Zwar gibt es Plätze für Kinder mit körperlichen Einschränkungen, für geistig behinderte oder auffällige Kinder dagegen stehen keine integrativen Krippenplätze zur Verfügung. Das liege daran, dass die Regierung diesbezüglich bislang keine Vorgaben gemacht habe, begründete Lehnert: „Wir wissen nicht, wann und unter welchen Voraussetzungen ein Kleinkind als geistig behindert einzustufen ist“. Hier sehe er noch Handlungsbedarf.

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