Bedrohte Ammer?

Umweltschützer sehen die Artenvielfalt in und entlang der 170 Kilometer langen Ammer bedroht. Denn elf Antragsteller wollen an fünf Stellen Wasserkraftwerke in dem Fluss errichten. Vier davon im Weilheimer Umland.

„Das ist blutiger Strom. Die Turbinen in den Werken zerhäckseln die Fische“, ärgerte sich Sebastian Schönauer, stellvertretender Vorsitzender des Bund Naturschutz (BN), bei einer Infoveranstaltungam vergangenen Donnerstag am Grundwehr III bei Unterhausen. Dort lägen bereits drei Anträge für eine kleine Wasserkraftanlage vor, ebenso für das Auwehr in Weilheim, das Oderdinger Wehr und das Grundwehr I bei Unterhausen. Dass bei letztgenanntem ein Kraftwerk gebaut wird bezweifelt Matthias Luy von der Ammer-Allianz. Denn der Freistaat finanzierte dort Renaturierungsmaßnahmen der Ammer mit einer Million Euro: eine raue Rampe. Die Fischwanderhilfen bestehen aus aufgeschütteten Steinen oder Felsblöcken auf einem Gefälle des Flusses. „Es ist wichtig für die Fischerei, dass die Flüsse wieder durchgängig werden“, forderte auch Eberhard Roese, Präsident des Landesfischereiverbandes. War es vor etwa 100 Jahren noch möglich, dass die Seeforellen vom Ammersee bis hoch nach Oberammergau schwimmen konnten, um zu laichen, sei das durch die Wehre und künftig durch die geplanten Werke nicht möglich. Verantwortlich seien laut Roese, Schönauer, Luy und Ludwig Sothmann, Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), der Freistaat Bayern und die Bundesregierung. Durch die Erhebung der Einspeisevergütung, seit 1. Januar 2009 mit dem Erneuerbare Energiengesetz beschlossen, erhalten Kleinwasserwerke eine um 30 Prozent erhöhte Einspeisevergütung“, kritisierte Sothmann. Für die Betreiber sei das eine Gelddruckmaschine, obwohl die Erzeugung von Strom aus solchen kleinen Wasserkraftanlagen nach einer Studie des Umweltbundesamtes ein Flop sei, kritisierte BN-Vize Schönauer. „Die Betreiber erhalten mehr Geld obwohl die Anlagen nicht effizient sind“, brachte er es auf den Punkt. Unterstützung erhalten die Naturschutzverbände vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim. Es plant die Wehre an der Ammer zu renaturieren und den Fluss somit durchgängig zu machen. Das würde die Einzigartigkeit der Ammer unter- mauern, die entgegen der anderen in den Alpen entspringenden Flüsse nirgends aufgestaut ist.

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