"Bedrohung der Zukunft" Polizeipräsidium verstärkt Online-Ermittlungen

Als Dank für die gute Zusammenarbeit verlieh der Polizeipräsident (re.) Landrat Zeller eine Medaille. Foto: Gnadl

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URSULA GNADL – Weilheim – Vor allem die Delikte im Bereich der Straßenkriminalität „wirken sich besonders auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung aus“, so Polizeipräsident Robert Heimberger. Daher werde weiterhin intensiv gegen diese vorgegangen. Mit 1 460 Taten nimmt auch die Diebstahlskriminalität einen Großteil der Gesamtkriminalität in der Region Weilheim-Schongau ein. Von diesen Fällen wurden im letzten Jahr 35,9 Prozent tatsächlich aufgeklärt. Sexualdelikte ereigneten sich 65 Mal. Der deutliche Anstieg um 91,2 Prozent lässt sich jedoch durch 31 Fälle von Exhibition erklären. Vergewaltigun- gen gab es drei Mal. „In diesen Fällen ist Prävention kaum möglich, da sie meist im sozialen Nahbereich stattfinden“, bedauert Heimberger. Unter den insgesamt 2 175 ermittelten Tatverdächtigen befanden sich 27,6 Prozent Jugendliche und Heranwach- sende zwischen 14 und 21 Jahren. Dies stellt im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung einen überproportional großen Anteil dar. In dieser Altersgruppe überwogen Diebstahl, Sachbeschädigung und Körperverletzung. Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte bereitet der Polizei vor allem die Internetkriminalität großen Kummer. Jedes zehnte Betrugsdelikt hatte 2011 Onlinebezug. Gerade, wenn die Täter im Ausland sitzen, gestaltet sich deren Verfolgung schwierig. Die Bekämpfung des Onlinebetrugs soll einer der künftigen Schwerpunkte werden. Hierfür wurden bereits vier Informatiker – zwei „Cybercops“ und zwei Wirtschaftskriminalisten – eingestellt, die die Ermittlungen unterstützen. Die „Bedrohung der Zukunft“ soll in den nächsten Jahren besonders stark bekämpft werden. Hierfür werden noch weitere Fachkräfte eingestellt. Die Sorge, dass die Polizei Daten der User sammle, sei unbegründet, den seitens der Ordnungshüter gebe es keine derartigen Anstrengungen. Für besorgniserregend hält Heimberger hingegen den leichtfertigen Umgang vieler Internet- nutzer mit ihren persönlichen Daten, beispielsweise in sozialen Netzwerken. Auch, wenn der Polizeipräsident sich relativ zufrieden mit der Jahresbilanz zeigt, versichert er, die Polizei würde sich „nicht auf den Lorbeeren ausruhen“ und „weiterhin für die Sicherheit im Präsidialgebiet kämpfen.“

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