Massive Kritik 

Ammerstufen: Anwohner fürchten noch mehr Lärm und Dreck durch Feiernde

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Bei einem Begehungstermin für die geplante Stufenanlage an der Ammer wurden die Pläne von Anwohnern massiv kritisiert.

Weilheim – Barrierefrei in die Ammer gehen. Eine gemütliche Rast während einer Fahrradtour einlegen. Um die Ammer „erlebbar“ zu machen, will das Wasserwirtschaftsamt (WWA) eine Stufenanlage auf Höhe der Stadthalle errichten. Eine schöne Idee, finden manche. Doch bei den Anwohnern hat diese Nachricht alles andere als Jubelgefühle ausgelöst. Bei einem Begehungstermin machten sie ihrem Ärger Luft.

Eigentlich wollten die Verantwortlichen von Stadt, WWA, der Non-Profit Organisation WWF und dem Tourismusverband Pfaffenwinkel zeigen, wie die Stufenanlage einmal aussehen könnte. Auch Anregungen von Seiten der Teilnehmenden waren gewünscht. Doch noch bevor sich die Gruppe gemeinsam zur Ammer begab, entfachte eine emotionale Diskussion, die gar nicht mehr abflachen wollte. „Für uns ist das eine wahnsinnige Belastung“, sagte eine Anwohnerin. Damit bezog sie sich auf die hauptsächlich Jugendlichen, die jedes Wochenende an der Ammer lautstark feiern würden. Auch die anderen rund 20 Anwesenden berichteten von Glasscherben, Gegröle und dröhnender Musik aus mitgebrachten Lautsprechern. Ein Anwohner erzählte sogar von derben Beleidigungen, wie „Ruf doch die Bullen du Arsch“, die man sich anhören müsse, wenn man die Feiernden anspreche.

Weilheims Zweite Bürgermeisterin Angelika Flock versuchte zu beschwichtigen: Mit der Sicherheitswacht habe man gute Erfahrungen gemacht. Diese müsse eben öfters kontrollieren. Die aufgebrachten Anwesenden konnte das nicht beruhigen. Sie fürchten, dass die Ammerstufen quasi eine „Einladung“ seien, um erst recht dort in den Nächten zu feiern.

Es kam auch immer wieder Kritik an der Informationspolitik der Stadt auf. „Wir wurden über die Pläne nicht informiert. Wir mussten das aus der Zeitung erfahren.“

Die Anwesenden forderten, die Stufen außerhalb der Stadt, etwa Richtung Eisenbahnbrücke zu bauen. Doch Bernhard Müller vom WWA war anderer Meinung. In Oberammergau habe man ähnliche Pläne innerhalb der Stadt bereits umgesetzt und „die sind grundsätzlich glücklich damit“.

Auch Flock erklärte, dass der Wunsch, nach einem Aufenthaltsort an der Ammer in der Stadt ursprünglich von der Bevölkerung gekommen sei. Bei der damaligen Befragung für die Landesgartenschau hätten viele Menschen diesen geäußert. Dementsprechend schien die Zweite Bürgermeisterin irritiert: „Hier stehen jetzt fünf Verantwortliche, die zuhören und massive Kritik bekommen, obwohl wir umsetzen, was von den Bürgern gewünscht wurde.“ Eine Anwesende bemerkte, dass die Anwohner zwar im Vergleich zum Rest der Weilheimer Bürger prozentual in der Minderheit seien. Aber sie seien es auch, die mit den Konsequenzen einer solchen Stufenanlage leben müssten.

Flock und die anderen Verantwortlichen zeigten sich verständnisvoll für die Sorgen der Teilnehmenden. Wie es mit dem Projekt Ammerstufen weitergeht, ist noch unklar.
Von Stephanie Novy
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