1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Weilheim

Beginn der Fasten- beziehungsweise Passionszeit

Erstellt:

Von: Mihriban Dincel

Kommentare

Schale Löffel Rosenkranz rustikal
Das Fasten sei eine Möglichkeit für das Wesentliche frei zu werden. © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia/vetre

Weilheim – Am heutigen Tag, dem Aschermittwoch, beginnt die Fasten- oder bei den Protestanten die Passionszeit. Neben diesen beiden Bezeichnungen wird dieser Teil des Jahres auch österliche Bußzeit genannt.

Wie der Name bereits andeutet, ist es eine Vorbereitung auf das Osterfest. Pfarrerin Sabine Nagel erklärt, dass es außerdem ein Abschnitt der Besinnung ist. „Daher ist die Kirchenfarbe auch violett, die Farbe der Besinnung“, ergänzt sie. Es ginge darum, in sich zu gehen und zu erkennen, was einem fehlt oder was im Leben benötigt wird. Durch den Verzicht während des Fastens solle man mehr Zeit für die Dinge finden, die im Leben durch Konsumelemente weniger Platz haben. Es sei ein Bedenken und Mitgehen mit dem Leiden Jesu bis zur Karwoche.

Pfarrer Engelbert Birkle spricht in diesem Zusammenhang auch die Dauer von 40 Fastentagen an. Diese ende nämlich genau zur Osterzeit. „Daneben ist die Anzahl der 40 Fastentage auch an das 40-tägige Fasten Jesu in der Wüste angelehnt“, erklärt der Stadtpfarrer. Er definiert die Fastenzeit auch als einen Akt der Glaubenserneuerung. Das Fasten selbst diene dabei als begleitende Übung, um sich wieder im Glauben zu finden. Birkle vermutet, dass es dabei zwei verschiedene Personengruppen gibt, die diese Zeit für sich nutzen: Jene, die den geistlichen Weg gehen und die Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern betrachten und diejenigen, die diese Zeit als Motivation sehen, dem Körper und der Seele im Frühjahr etwas Gutes zu tun. Nagel ist der Ansicht, dass die Passionszeit etwas Aktuelles habe. Das Fasten sei in vielen Kulturen und Religionen und auch glaubensunabhängig Thema für viele Menschen und daher wichtig. Die Christen würden diese Zeit besonders in der Lebens- und Leidensgeschichte Jesu verorten.

Wenn es darum geht, auf was am häufigsten Verzichtet wird, sind sich Nagel und Birkle einig. Beide vermuten, dass während dieser Zeit auf Konsummittel wie Alkohol, Nikotin oder auch Kaffee verzichtet wird. Nagel fügt dem hinzu, dass es auch um die Reduzierung des Essens im Allgemeinen geht. Es sei eine Möglichkeit für das Wesentliche frei zu werden, also eine Art Meditation.

Für gewöhnlich sind während der Fasten- oder Passionszeit viele Aktionen und Veranstaltungen geplant. Dies sei aber auch in diesem Jahr coronabedingt kaum möglich. Dennoch wird es ab morgen jeden Abend um 18 Uhr in der Kirche Maria Himmelfahrt den „Haltepunkt“ geben. Hierfür haben Engagierte aus der Gemeinde verschiedene Geschichten und Gebete vorbereitet. Außerdem soll es am Freitag, 25. März, einen ökumenischen Kreuzweg anlässlich der Situation in der Ukraine geben. Das Friedensthema soll dabei aufgegriffen werden. Weitere Informationen hierzu werden online veröffentlicht.

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Kommentare