Behindertenbeauftrager zieht Fazit

27971 Menschen mit Behinderungen gibt es im Landkreis Weilheim-Schongau. Deswegen sieht der Behindertenbeauftragte Peter Pabst einen Handlungsbedarf, um die Barrierefreiheit zu fördern. Nach vierjähriger Tätigkeit zog er in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses sein Fazit. „Es gibt viel zu tun, wir sind aber auf dem richtigen Weg“, sagte Pabst.

Ein schwieriges Thema sei der Busverkehr. Zwar seien immer mehr Busse barrierefrei eingerichtet, aber im Zuge der Gestaltung der Ortskerne nicht die Bushaltestellen. „Vielerorts wurden Bordsteine abgesenkt, aber die sind für Niederflurbusse wichtig“, konstatierte der Behindertenbeauftragte in der Sitzung. Sei kein Bordstein vorhanden, dann sei die ausklappbare Rampe zu steil für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen. 18 Zentimeter sollte der Bordstein auf einer Länge von etwa neun Metern an Bushaltestellen hoch sein. Auch kritisierte Pabst die mangelnde Zusammenarbeit mit den Behörden bei der Planung von öffentlichen Gebäuden und Plätzen. Teilweise habe es in Penzberg geklappt. So wurde Pabst bei der Innenstadtplanung in Penzberg miteinbezogen. Das Ergebnis sind akustische Ampelanlagen, die Menschen mit beeinträchtigtem Sehvermögen durch ein Klopfgeräusch signalisieren, wann sie über die Straße gehen können. Doch nicht immer, wenn er in die Planung mit einbezogen werde, würden seine Vorschläge auch umgesetzt werden. „Beim ersten Bauabschnitt der Penzberger Innenstadtgestaltung wurden lauter Treppen als Zugang zu den Geschäften gebaut“, ärgert sich Pabst. Verbesserungsbedarf sieht der Behindertenbeauftragte auch in der Kooperation mit dem Bauamt Schongau: „Bei geplanten Sonderbauten werde ich nicht miteinbezogen. In Weilheim dagegen klappt das.“ Der Idealfall sei, dass der Behindertenbeauftragte in die Bauplanung aller öffentlich zugänglichen Gebäude miteinbezogen werde. „Denn Planer und Architekten wissen nicht viel über Barrierefreiheit“, erklärte Pabst. Doch auch virtuell bestehe Nachholbedarf. So kritisierte Pabst den Internetauftritt des Landratsamtes Weilheim-Schongau als „nicht barrierefrei“. Für Menschen mit Sehbehinderungen oder Sehschwäche müssten die Schriften vergrößert und die Kontraste bei den Schriftbildern verbessert werden. Neben Kritik hatte Pabst auch Lob für das Landratsamt: „Die Behindertenquote bei den Beschäftigten ist vorbildlich“, lobte er. Sie müsste bei mindestens fünf Prozent liegen, beträgt aber sieben Prozent. Für die Zukunft hat Pabst geplant, eine Infobroschüre über Barrierefreiheit bei Bauanträgen herauszubringen. Derzeit will er die Zusammenarbeit mit den Gemeinden stärken und sie nach einem bestimmten Raster auf Barrierefreiheit untersuchen.

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