Wenn die Distanz schwindet

Maskenpflicht in Murnaus Fußgängerzone könnte zurückkehren

Eine Maske auf dem Boden der Murnauer Fußgängerzone.
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Eine Maske zu tragen, ist derzeit in der Murnauer Fußgängerzone nicht verpflichtend. Dennoch tragen viele Passanten beim Flanieren eine Mund-Nase-Bedeckung.
  • vonAntonia Reindl
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Murnau – Es war einer dieser Mittwochvormittage, an dem es mal wieder im Murnauer Ortszentrum trubelte. Ein gut gefüllter Parkplatz am Forstanger, reges Rumrangieren in Ober- und Untermarkt, Autos, fahrende wie stehende, rahmten die Fußgängerzone. Abermals lockte der Wochenmarkt viele Besucher an. Ein Anblick, der bei Welf Probst (FWG) in der Marktgemeinderatssitzung die Frage nach einer Maskenpflicht aufkommen ließ.

Die Sitzung ist fast schon rum, als Probst die Hand hebt und mit Blick auf den Wochenmarkt fragt, wie es um eine Maskenpflicht in Murnaus Zentrum stehe. Neu wäre diese nicht, im vergangenen Jahr wurde sie schon einmal eingeführt, durch eine Allgemeinverfügung des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen. Ab dem 1. Dezember mussten Passanten in Murnau in der Fußgängerzone zwischen Rathaus und Johannisstraße, in der Postgasse bis zur Fußgängerzone und im Lebzeltergaßl zwischen Forsteranger-Parkplatz und Fußgängerzone eine Maske tragen. Weiß-blaue Schilder markierten die Geltungsbereiche. Als die Tragepflicht dann Mitte Dezember wieder aufgehoben wurde, konnte man hie und da verwirrte Gesichter sehen, manche mit, manche ohne Maske. Da kam es schon mal vor, dass jemand an der Mariensäule stand und den Blick etwas ratlos schweifen ließ. Doch die Schilder waren weg und der Anblick von Gesichtern, mal mit, mal ohne Bedeckung, wenig hilfreich. An die Aufhebung kann sich Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) gut erinnern, „über Nacht“ sei die Pflicht wieder abgeschafft worden. Er dagegen hätte es gern gesehen, dass eine Maßnahme wie diese eine Zeit lang beibehalten worden wäre. Probsts Anregung, die Pflicht zurückzuholen, müsse man ans Landratsamt Garmisch-Partenkirchen weitergeben, so Beuting. Dieses entscheide, ob eine Pflicht angezeigt sei.

Das Landratsamt entscheidet dabei nicht gefühlsmäßig. Die Behörde verweist auf den Paragraphen 24 der aktuell geltenden 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, in der die Bedingungen einer Maskenpflicht „grob festgelegt“ seien. Demnach „kann das Landratsamt eine Maskenpflicht auf zentralen Begegnungsflächen in Innenstädten insbesondere dann verfügen, wenn sich dort Menschen auf engem Raum aufhalten“, erläutert Wolfgang J. Rotzsche, Pressesprecher im Landratsamt. In der Fußgängerzone in Murnau erachte man das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung im Besonderen dann als verpflichtend, wenn sich dort so viele Menschen aufhalten, dass sich der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht mehr einhalten lasse.

Einfach so über Nacht scheint die Maskenpflicht in der Murnauer Fußgängerzone mit dem 21. Dezember 2021 aber nicht abgeschafft worden zu sein. Die Aufhebung sei laut Rotzsche „nach Rücksprache mit der Polizeiinspektion Murnau und dem Markt Murnau“ erfolgt, und zwar „aus Gründen der Verhältnismäßigkeit“. Soll heißen: Es zogen damals nicht so viele Passanten durch die Fußgängerzone, sodass der Mindestabstand eingehalten werden konnte. Im Endeffekt oblag die Entscheidung also dem Landratsamt, doch vor der Entscheidung sei die Gemeinde beteiligt worden. Diese kenne schließlich „die örtlichen Gegebenheiten am besten“, heißt es aus dem Landratsamt.

Probsts Vorschlag, die Maskenpflicht „vielleicht“ wieder einzuführen, ist nun durchaus denkbar. Rotzsche nennt die Wiedereinführung „vorstellbar“. Vor allem dann, wenn der Mindestabstand unter den Passanten nicht mehr gegeben sei. Ein Gefühl für den Mindestabstand und den Moment, in dem dieser gefährdet ist, scheinen die meisten Passanten beim Wochenmarkt schon entwickelt zu haben. Wer Mittwochvormittag einen Blick auf die Schlangen vor den Marktständen wirft, der sieht in den Reihen nicht nur Einkaufskörbe in den Händen, sondern vorsorglich auch Masken auf den Gesichtern. Und sobald die Außengastronomie wieder öffnen darf und die Bestuhlung Enge provoziert, wird der Wochenmarkt ohnehin auf den Parkplatz am Forstanger verlegt.

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