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Benefizlesung für Hospizverein mit Conny Glogger und Dieter Fischer in Bernried

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Von: Stephanie Novy

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Conny Glogger und Dieter Fischer bei der Lesung.
Conny Glogger und Dieter Fischer bei der Lesung im Sommerkeller in Bernried. © Brandmaier

Bernried – Wenn Schauspieler Dieter Fischer liest, ist ein volles Haus garantiert: Diesmal aber saß er nicht alleine auf der von Sonnenblumen eingerahmten Bühne, er hatte sich Schauspielkollegin und BR-Moderatorin Conny Glogger an seine Seite geholt. 

Akribisch hatten sich die beiden auf die Lesung vorbereitet, mit der sie im vollbesetzten Sommerkeller in Bernried über 200 Besucher begeisterten. Den musikalischen Part übernahmen die Brüder Hannes (Diatonische Ziach) und Flori Schmid (Kontrabass) aus Uffing sowie die Allgäuerin Caro Fritz (Gitarre).

Literarische bayerische Schmankerl tischten Fischer und Glogger bei der Lesung auf. Zu hören waren Texte von Ludwig Thoma, Oskar Maria Graf, Lena Christ, Emerenz Meier, und Georg Queri. Mal waren die ausgesuchten Passagen nachdenklich, wie bei einem Auszug aus der „Rumplhanni“ oder dem Brief, den die in die USA ausgewanderte Emerenz Meier aus Chicago nach Hause schrieb. Mal derb, wie bei Georg Queri oder auch Oskar Maria Graf. Dann schlitzohrig (Ludwig Thoma) oder einfach nur köstlich wie beim Vergleich zwischen dem vornehmen Kääse und dem rustikalen Kaas von Josef Maria Lutz, von dem übrigens auch die Urfassung des Brandner Kaspar stammt.

Glogger und Fischer wechselten passend zu den Texten ihre Stimmlagen und lasen so eindringlich, dass man vor dem geistigen Auge sofort die keifende Bäuerin, den schlauen Bauern oder den Ochsenzüchter auf dem Oktoberfest sah. Oder Karl Valentin, wie er seinen Brief über die Zugfahrt zur Kur nach Bad Aibling schrieb.

Von Gerhard Polt bis Helmut Dietl

Ergänzt wurde das Programm mit humorvollen Texten und Briefen aus der Gegenwart. So etwa von Gerhard Polt oder von Stefan Frühbeis, dem Chef des Radiosenders BR-Heimat, der über die Einträge von „Alpinliteraten“ in Gipfelbüchern sinniert. Glogger öffnete das „Giftschrankerl“ des Bayerischen Rundfunks, in dem lustige Versprecher gesammelt werden – wie „der fliegende Flohländer“, „Johann Sebaldrian Bach“ oder „mit Streik das Lahm landlegen“. Fischer las außerdem zwei Briefe von Helmut Fischer („Monaco-Franze“) an den ehemaligen „Focus“-Chefredakteur Helmut Markwort und an Regisseur Helmut Dietl vor – eine „Welturaufführung“, wie er sagte. Denn diese Briefe sind bislang nicht öffentlich gemacht worden. Die Erlaubnis, sie lesen zu dürfen, holte er sich bei Helmut Fischers Nachlassverwaltung.

Die Lesung war eine Benefizveranstaltung zum Jubiläum des Hospizvereins im Pfaffenwinkel, der vor 30 Jahren in Bernried gegründet wurde. Dafür verzichteten Fischer, der Schirmherr des Hospizvereins ist, und Glogger auch auf eine Gage, wofür sich Hospizvereinsvorsitzende Renate Dodell bedankte.

Für Dodell gab es noch einen weiteren Grund zur Freude: Der Abend brachte dem Verein einige neue Mitglieder, sodass bis zum 2000. jetzt nur noch wenige fehlen.

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